Kicken, kämpfen, klettern
Sporthalle in Paris von Atelier Ramdam
Diese Sporthalle im Großraum Paris ist ein echtes Multitalent – und steht damit exemplarisch für eine neue Generation engagierter Sportbauten. Neben der üblichen, großen Halle für allerlei Mannschaftssportarten bietet sie drei kleine Hallen für Boxtraining, ein mit Tatamimatten ausgelegtes Dojo für asiatische Kampfsportarten sowie eine dreigeschossige Kletterhalle.
Entworfen und realisiert wurde die Rebecca Cheptegei-Sporthalle von Atelier Ramdam mit Sitz in Saint-Denis und Saint-Rémy-la-Varenne. Und so wie sich die Kommune Saint-Denis letztlich wie ein Stadtviertel von Paris anfühlt, ist es auch mit der Gemeinde Pantin, wo die neue Halle steht. Pantin liegt in der nordöstlichen, inneren Peripherie von Paris. Bereits seit längerem entwickelt sich die historisch arme und migrantisch geprägte Kommune. In diesem Kontext ist auch die neue Sporthalle zu sehen, die der Nachbarschaft nicht nur ein erfreulich breites Angebot macht, sondern auch architektonisch zu überzeugen weiß.
Die Architekt*innen sprechen von einem „Landschaftsbauwerk“ und verweisen zugleich auf die bedeutende Freiluftschule Pantin aus dem Jahr 1933 gegenüber dem Neubau. In diesem Sinne können die Einbettung der großen Halle in den Boden, die breite Terrasse vor den darüberliegenden Boxräumen, die einladende Außentreppe zur Straße sowie das begrünte Dach vor dem Dojo als Reaktionen auf die Umgebung und bewusste Öffnungen der Architektur verstanden werden.
In konstruktiver Hinsicht strebten die Planer*innen einen ökologisch möglichst nachhaltigen Bau an. Das Untergeschoss und die beiden Kerne seitlich der eigentlichen Hallenbereiche wurden in Sichtbeton ausgeführt, darüber hinaus handelt es sich bei der Halle um eine Holzkonstruktion mit biobasiertem Dämmmaterial.
Der Name der neuen Halle hat übrigens einen äußerst tragischen Hintergrund. Rebecca Cheptegei war eine ugandische Langstreckenläuferin und Olympiateilnehmerin, die im September 2024 im Alter von 33 Jahren Opfer eines Femizids wurde. Ihr ehemaliger Partner übergoss sie mit Benzin und zündete sie an. Nur wenige Tage nach Cheptegeis Tod gab die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, im Rahmen der damals laufenden Paralympics bekannt, dass die neue Halle samt Außenanlagen in Pantin nach Cheptegei benannt werden soll. (gh)
- Fertigstellung:
- Februar 2026
- Architektur:
- Atelier Ramdam
- Landschaftsarchitektur:
- Atelier Roberta
- Bauherrschaft:
- Ville de Pantin
- Fläche:
- 4.500 m² BGF
- Baukosten:
- 18.000.000 € netto




