Industrie-Schatulle für die Kunst
Schaudepot in Arnhem von Space Encounters
Fast 500 Werke zeitgenössischer Kunst sammelte das niederländische Künstler*innenpaar Marjolein de Groen und Peter Jordaan über viele Jahre hinweg. Lange waren die Arbeiten in einem denkmalgeschützten Gebäude im Zentrum von Arnhem aufbewahrt. Nachdem Jordaan 2025 verstarb, führt de Groen das Projekt alleine weiter und zieht nun mit der Sammlung in einen metallisch glänzenden Kubus am Hafenbecken des Niederrheins. Entworfen hat das Schaudepot Collectie DE.GROEN das Amsterdamer Büro Space Encounters. Der Neubau wird am 17. September 2026 offiziell mit einer Ausstellung eröffnet, ab dann kann auch die Sammlungspräsentation besichtigt werden.
Der neue Standort befindet sich im Cleantech Park Arnhem, einem rund 90 Hektar großem Gewerbegebiet, in dem vor allem Firmen aus den Bereichen Energiewende und nachhaltige Technologien sitzen. Sowohl hinsichtlich seiner Materialität als auch seiner Form folgt der Baukörper der nüchternen Architektur von Logistikhallen oder Lagerhäusern und passt sich in den industriellen Kontext ein.
Als 18 × 18 × 18 Meter messender Kubus mit vier Geschossen hebt er sich allerdings auch klar von den großmaßstäblichen Hallen der Umgebung ab. Die Architekt*innen entschieden sich bewusst für eine temporäre Konstruktion und entwickelten für die auf Dauer und Bewahrung angelegte Sammlung ein demontierbares Stahlskelett, das mit Sandwichpaneelen verkleidet ist.
Mit seiner nahezu hermetischen, geheimnisvollen Erscheinung greift das Schaudepot zugleich das in der Kunstwelt etablierte Präsentationsprinzip des White Cube auf und tritt als neutraler architektonischer Rahmen in den Hintergrund. Nur wenige Details fallen ins Auge: ein asymmetrisches Fenster pro Fassade, ein noch von Peter Jordaan entwickelter Schriftzug auf dem Dach: „iets zien“ – etwas sehen.
Im Inneren wird der Aufbewahrungscharakter des Hauses unmittelbar spürbar: Betonböden, weiße Wände und verzinkte Stahlgitter wirken kühl und funktional. Dank unterschiedlicher Deckenhöhen und Raumgrößen reicht das räumliche Spektrum von monumental bis intim. Eine Ausnahme bildet der Bürobereich im Erdgeschoss, der mit seiner Holzverkleidung eine warme, wohnliche Atmosphäre bietet. (da)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- Space Encounters
- Team:
- Gijs Baks, Joost Baks, Lennart Brouwer, Kaj Nieuwenhoff, Ceylan Ergelen
- Statik:
- Van Rossum Raadgevende Ingenieurs
- Freiraumplanung:
- VIC Landscapes
- Bauherrschaft:
- Collectie DE.GROEN
- Fläche:
- 1.200 m²




