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03.07.2018

Hinter die Fassade schauen

Solares Bürohochhaus von Burckhardt+Partner in Basel


Auf den ersten Blick wirkt dieses Hochhaus wenig spektakulär. Ein breiter Sockel, dazu ein 78 Meter hoher Turm. 22 Stockwerke über, drei unter der Erde. Innen Hotel und Büros, außen dunkle Rasterfassade. Eine Optik, die an ein Kraftwerk denken lässt – heißt es jedenfalls in der Projektbeschreibung. Doch wie bei vielen Dingen im Leben lohnt auch beim Grosspeter Tower in Basel vom örtlichen Büro Burckhardt+Partner ein zweiter Blick.

Die Besonderheit liegt hinter dem Standardraster. Insgesamt 5.570 Quadratmeter Photovoltaikanlage, 770 Quadratmeter auf dem Dach, 4.800 Quadratmeter in der Fassade, hat das Baseler Architekturbüro in Zusammenarbeit mit dem Zürcher energiebüro verbaut, erzeugt so eine Gesamtleistung von 540 Kilowatt peak. 62 Prozent seines Grundenergiebedarfs, das heißt Energie für Heizung/Kühlung, Lifts, Beleuchtung, Sicherheitsanlagen und Warmwasserproduktion des Hotels könne das rundrum solar genutzte Hochhaus damit selbst erzeugen. Bei einem jährlichen Gesamtenergiebedarf von rund 903.500 Kilowattstunden kommt das Gebäude auf eine Eigenenergieversorgung von 28 Prozent.

Um das an Nachhaltigkeit orientierte Energiekonzept abzurunden, wird der Wärmebedarf des Gebäudes über 52 solarbetriebene Erdwärmesonden, die 250 Meter tief in den Boden nördlich des Basler Güterbahnhofs reichen, gedeckt. Zwei Propanwärmepumpen dienen als Wärme- und Kälteerzeuger. Damit ist der Grosspeter Tower das erste „voll-solarifizierte“ Hochhaus des Landes und erhielt dafür einen Preis als beste Schweizer Solararchitektur 2017. Dabei profitierten die Architekten von einer Neuentwicklung auf dem Solarmarkt, die pünktlich zum Planungsbeginn nicht mehr nur in Standardmaßen verfügbar waren.

In Auftrag gegeben hat den Bau die Zürcher PSP Swiss Property, die die Marschrichtung Nachhaltigkeit ausgab, zudem den Wunsch, nur die Hälfte der Fassade solle transparent sein. Die Idee: Weniger Fensterflächen gleich weniger Wärmeverlust und Wärmeeintrag. Investiert wurden 120 Millionen Schweizer Franken.

Der Rest ist schnell erzählt: Im sechsgeschossigen Sockel ist auf rund 6.000 Quadratmetern ein Hotel untergebracht, im fast quadratischen Turm circa 11.000 Quadratmeter Bürofläche, die Hälfte davon mietet Bayer Basel. 153 Parkplätze gibt es unterirdisch. Der Grundausbau wurde im Juli 2017 abgeschlossen, bis Ende 2018 soll auch der Mieterausbau erledigt sein. (kat)

Fotos: Adriano Biondo


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