Mit Blick auf den Zürichsee
Schule in Pfäffikon von Adrian Streich Architekten
Verteilt auf die Standorte Pfäffikon und Nuolen, ist die Kantonsschule Ausserschwyz (KSA) das größte Gymnasium des Kanton Schwyz. In dem zur Gemeinde Freienbach gehörigen Ortsteil Pfäffikon entstanden nun nach einem Entwurf von Adrian Streich Architekten (Zürich) zwei Neubauten, die sich mit einem angenehmen Materialmix aus Beton, Klinker und Holz in den Bestand einfügen.
Für das neue Ensemble, das umgerechnet rund 94 Millionen Euro kostete, musste ein mehrfach erweiterter, ursprünglich in den 1970er Jahren errichteter Schulbau weichen. Diesen habe man aufgrund von Bauschäden und zu hohen Sanierungskosten nicht erhalten können, berichtet die Lokalpresse. Ursprünglich war außerdem geplant, die beiden Standorte in Pfäffikon zusammenzulegen, doch nach einem Referendum entschied sich der Kanton, auch den Standort in Nuolen zu behalten und zu erneuern. Die KSA bleibt somit auf zwei Campi verteilt – mit Gymnasien an beiden Standorten und einer Fachmittelschule in Pfäffikon.
Die beiden teilweise in den Hang gebetteten Neubauten in Pfäffikon umfassen ein Schulgebäude mit Mensa, Bibliothek, Mediathek, Musiksaal, Lehrerbereich und Unterrichtsräumen sowie einen Hallenbau mit Aula, Fitnessraum und Doppelsporthalle. Zusammen mit dem Berufsbildungszentrum nebenan und einer weiteren Sporthalle aus den 1980er-Jahren fassen die beiden Gebäude einen Platz. Breite Treppen verbinden diesen mit der Straße weiter unten. Als Inspiration für die von Betonstützen geprägten, überdachten Eingänge diente die Säulenhalle, heißt es vom Büro. Damit knüpfe man an die 1980er-Jahre-Architektur des Campus‘ an.
Im Atrium des fünfgeschossigen Schulgebäudes klettern die Treppen „wie ein Astwerk empor”, erklären die Architekt*innen. Auf den Sichtbeton-Wänden greifen die vom Zürcher Künstler Ingo Giezendanner gestalteten Bilder das Blätter-Motiv auf, mal dicht gedrängt, mal locker verteilt. In der Mensa im Erdgeschoss mit ihren knapp fünf Metern Deckenhöhe, viel Holz und großzügiger Verglasungen widmet sich ein weiteres Werk Giezendanners dem Thema Natur: ein Komposthaufen aus glasierten Keramikplatten, der den Kreislauf des Lebens symbolisieren soll.
Die Unterrichtsräume in den drei Obergeschossen werden über lange Mittelflure erschlossen. Offen gestaltete Aufenthaltsbereiche erweitern das Atrium räumlich und bieten einen Blick auf den Zürichsee.
Das Schulgebäude wurde als Holz-Beton-Hybridbau ausgeführt. Die Fassaden kombinieren Klinker, Beton, mintfarbene Geländer und opake Flächen aus Strukturglas. Zwischen den Stützen – abwechselnd in Beton und Sichtmauerwerk – wurde eine hinterlüftete Fassade mit Holz-Metall-Fenstern realisiert. Beim Hallenbau kam die Material- und Farbpalette in reduzierterer Form zum Einsatz.
Konstruktion und Installationen bleiben weitgehend sichtbar. Aufenthalts-, Unterrichts- und Verwaltungsräume sind mit Brettstapeldecken versehen, während Flur- und Treppenhausdecken aus Beton bestehen. Die Wände zwischen Fluren und Klassenzimmern wurden mit Klinkern ausgefacht, die Trennwände zwischen den Unterrichtsräumen bestehen aus Holz beplankten Leichtbaukonstruktionen, sodass Grundrissanpassungen künftig leicht möglich sind. Im Hallenbau bilden Holzstützen und Fachwerkträger aus verleimtem Brettschichtholz das Tragwerk. (dsm)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Adrian Streich Architekten
- Baumanagement:
- GMS Partner AG
- Landschaftsarchitektur:
- Schmid Landschaftsarchitekten
- Bauingenieur:
- Synaxis AG
- Brandschutzplanung:
- HKG Consulting
- Bauherrschaft:
- Hochbauamt Kanton Schwyz
- Fläche:
- 22.204 m² Geschossfläche
- Baukosten:
- 94.000.000 €





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