20 Quadratmeter mehr
Schule bei Basel von Brandenberger Kloter Architekten
Als leicht verständlich und kindgerecht beschreiben Brandenberger Kloter Architekten (Basel) ihr neues Schulhaus in Pfeffingen im Kanton Basel-Landschaft. Damit entspricht der Neubau der Schweizer interkantonalen Vereinbarung über die Harmonisierung der obligatorischen Schulen – kurz HarmoS-Konkordat. In den meisten Kantonen wird das HarmoS-Konkordat seit 2009 schrittweise eingeführt. Es zielt auf eine landesweite Vereinheitlichung des Schulsystem, auf die Umsetzung zeitgenössischer Bildungskonzepte und auf eine kindgerechte Schularchitektur, die geeignete Räume für Mittagessen, Förderangebote, Hausaufgaben und Freizeit bereit hält. Anstelle von Frontalunterricht sollen offene Unterrichtsformen zum Einsatz kommen, statt traditioneller Klassenzimmer sollen flexible Gruppenräume gebaut werden.
Vier Wettbewerbe gewannen Brandenberger Kloter in den letzten Jahren. Den Anfang macht die Primärschule in Pfeffingen, die auf einem Wettbewerbsgewinn im Jahr 2013 basiert und in dem schon seit Schulferien fleißig gelernt wird. Drei weitere Schulen in den Kantonen Zürich, Aargau und Bern werden die Architekt*innen in den nächsten zwei Jahren realisieren.
Das neue, kubische Schulhaus von Pfeffingen ist Bestandteil eines Schulensembles. In dem viergeschossigen Neubau gibt es keine Korridore, alle Räume werden über eine zentrale Halle mit offener Wendeltreppe erschlossen. Das Foyer im Erdgeschoss entwickelt sich über die komplette Tiefe des Gebäudes und gibt auf der Nordseite einen Ausblick auf die weite Landschaft frei. Die einzelnen Klassenräume selbst sind 90 Quadratmeter groß – und somit 20 Quadratmeter größer als gemeinhin üblich. Diesen Raumzuwachs erreichten die Architekt*innen, indem sie die Garderobenflächen einfach in die Klassenzimmer integrierten. Diese verfügen wiederum über raumteilende Möbel, die einfach zu verschieben sind und somit je nach Wunsch unterschiedliche Raumkonfigurationen ermöglichen.
Auch bei den Fassaden wurde das Konzept der kindgerechten Gestaltung weiterverfolgt. Die schmalen, dicht geordneten Holzrahmen sollen dem Bedürfnis der Kinder nach kleinteiligem Aufbau entsprechen – heißt es im Pressetext. Auch die versetzt gemauerte Backsteinwand im Foyer und die helle Holzverkleidung in den Klassenzimmern sollen die Beziehung zwischen Kind und Gebäude fördern, hoffen die Architekt*innen. Die Gebäudekosten (BKP 2) für betrugen rund 7,4 Millionen Schweizer Franken. (mg)
Fotos: Basile Bornand
Und um Abfall in den Nischen der Klinkerwand mache ich mir keine Sorgen, das Gebäude steht schließlich in der Schweiz, aber Staub gibt es natürlich überall auf der Welt ...
ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen, dass die innere klinkerwand mit vergammelnden müll vollgestopft wird und selbst wenn, könnten lehrer die abgelagerte bananschale selbst entfernen und die kinder entsprechend sanktionieren. da würde sich niemand einen zacken aus der krone brechen. in schulen passiert die art an vanalismus, die vom lehrkörper (und den eltern) zugelassen wird. zum haus es ist wirklich recht trocken und im EG hätte es ruhig etwas mehr schulhalle sein können (kann aber auch sein, dass veranstaltungen in den beiden bestandsbauten stattfinden). aber darüber hinaus ist die qualität, auch was raumgrößen und schüleranzahl je klasse angeht, aus einem anderen universum. Das schaffen selbst die wirklich guten deutschen büros selten durchzusetzen (oder überhaupt zu denken).