Zeitz und Apfeldorf unter den Ausgezeichneten
Preise des Neuen Europäischen Bauhauses 2026 vergeben
Zum sechsten Mal seit 2020 hat die Europäische Kommission den New European Bauhaus (NEB)-Preis verliehen. Unter den Preisträgern in mehreren Kategorien sind auch zwei Projekte aus Deutschland.
Das NEB wurde 2020 als Initiative der EU gegründet, um den „European Green Deal“ in die Bauwirtschaft und Architektur zutragen. Entsprechend breit ist das Feld der Themen, die der Preis abdecken will, entsprechend vielschichtig das Feld der Auszeichnungen. Denn er dient vor allem als Kommunikationsmaschine. Er soll die Bewegung mit interessanten Ideen befeuern und Initiator*innen länderübergreifend vernetzen. So waren neben Projekten aus den EU-Ländern auch Beiträge aus dem Westbalkan, der Ukraine und Moldau und in diesem Jahr erstmals aus Japan und Brasilien zugelassen. Die Gewinner erhalten nicht nur 20.000 Euro Preisgeld, sondern auch Coaching-Unterstützung und Mentoring, um ihre Sichtbarkeit zu stärken.
Alle eint, so die Pressemitteilung, Nachhaltigkeit, Inklusion und Ästhetik sowie die Frage, wie das Leben von Menschen und Gemeinschaften durch die Verbindung von Kultur und Technologie, Innovation und Design bereichert werden kann. In diesem Jahr hat man die Projekte für Etablierte (Campions) ebenso wie für Newcomer (Rising Stars) in vier Kategorien bewertet: „Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und Innovation“, „Stärkung lokaler Demokratie und Inklusion“, „Kunst, Kultur und Kulturerbe als Triebkräfte des Wandels“ sowie „Wegbereiter für den Wandel im Sinne des Neuen Europäischen Bauhauses“. Das Ergebnis im Überblick:
New European Bauhaus Champions
- Big People (Zeitz, Deutschland): Kinder aus lokalen Familien und Kinder mit Fluchterfahrung gestalten gemeinsam einen Zirkuskarneval.
- Circular by Nature (Marseille, Frankreich): Eine urbane Oase, in der nichts verschwendet wird und alle einen Beitrag leisten.
- Social Impact Generator Hub (Nikosia, Zypern): Ein Container wurde zu einem Experimentierfeld für inklusive Innovation umgestaltet.
- Therapeutic Garden at the VDNG (Kyjiw, Ukraine): öffentlicher Garten für Menschen, die das Land verteidigt haben, für Veteran*innen und alle, die Erholung suchen.
- Publikumspreis: La Marjal Floodable Urban Park (Alicante, Spanien): Der Park nimmt Regenwasser über naturnahe Feuchtgebiete auf und verwandelt eine von Überschwemmungen bedrohte Fläche in einen öffentlichen Park.
New European Bauhaus Rising Stars
- Casa da Azenha (Santa Cruz do Douro, Portugal): Eine traditionelle Olivenmühle in Familienbesitz wird zum Experimentierfeld umgestaltet.
- Coots as Partners in Circular Care (Gent, Belgien): Schwimmende Plattformen bieten Wasservögeln sichere Brutplätze in städtischen Kanälen.
- Proximity Comunnity (Barcelona, Spanien): Neubau von 147 Sozialwohnungen und urbane Gärten in der Ciutat Esportiva Dani Jarque.
- Traviata in Three Acts (Skopje, Nordmazedonien): Neugestaltetung eines Viertels in Skopje
- Publikumspreis: Formform (Rumänien): Das Tool des Startups hilft Architekt*innen, Ideen in unmittelbar nutzbare Entwurfsgrundlagen zu übersetzen.
- ECO H2O (Viscri, Rumänien): Das Projekt schuf ein naturbasiertes Abwassersystem im UNESCO-Welterbedorf Viscri.
- Kamikatsu Zero Waste Center „WHY“ (Kamikatsu, Japan): Der öffentlich zugängliche Umweltkomplex widmet sich dem Aufbau einer Kreislaufgesellschaft.
- Urban Community Mini-Forests São Paulo (São Paulo, Brasilien): Wenig genutzte Flächen an Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen werden gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und lokalen Gemeinschaften in artenreiche Rückzugsorte umgestaltet.
Neben den NEB-Preisen erhielten 20 kleine Gemeinden den NEB Boost for Small Municipalities. Dieser soll die Rolle der Gemeinden bei der Gestaltung einer nachhaltigeren, inklusiveren und schöneren Zukunft hervorheben. Eine der Ausgezeichneten ist die Initiative „Gemeinschaftszentrum Apfeldorf“. Aus einer ehemaligen Mehrzweckhalle entsteht ein Gemeindezentrum, das zeigt, wie auch kleine Kommunen die Energiewende voranbringen können. Während die Sanierung des Gebäudes fast fertig ist, entstehen barrierearme Außenbereiche und ein nachhaltiges Wärmenetz. (fm)