Ich bin Wasser
Paola Viganò kuratiert den Schweizer Pavillon auf der Architekturbiennale Venedig 2027
Die italienische Architektin und Urbanistin Paola Viganò wird den Schweizer Pavillon auf der 20. Architekturbiennale in Venedig im kommenden Jahr kuratieren. Unter dem Titel „Ich bin Wasser“ wollen Viganò und ihr Team die Schweiz als „Wasserschloss Europas“ thematisieren. Geplant sei ein „neuer Diskurs über Wasser: als Ressource, als Rechtssubjekt und als gestaltende Kraft unserer Lebensräume“, schreibt die öffentlich-rechtliche Stiftung Pro Helvetia, unter deren Ägide die Darstellung des Landes auf großen Kulturveranstaltungen läuft.
Im Zentrum des Pavillons soll es eine „performative Installation“ geben, von der aus das Thema Wasser in seiner ganzen Komplexität diskutiert wird, wie die Ankündigung der Veranstalterin skizziert: „Formen des Wassers wie schwindende Gletscher, gefährdete Staudämme, verborgene Flüsse, verschüttete Bäche, übermäßig genutzte, sehr sauerstoffarme Seen und städtisches Regenwasser verbinden Design und künstlerische Interventionen mit politischen, ökologischen, wissenschaftlichen und rechtlichen Fragen.“
Damit führt der Schweizer Pavillon eine wichtige Debatte um die Ressource Wasser fort, die bereits auf der vorletzten Biennale im Jahr 2023 in mehreren Länderpavillons entfacht wurde.
Viganò wurde 1961 in Sondrio geboren. Sie lehrt und forscht als Professorin für Urban Design und Theorie an der EPFL in Lausanne sowie an der UIAV in Venedig. Der Stadt und ihrer Universität ist sie seit den 1990 Jahren verbunden, als sie dort promovierte. 1990 gründete sie (zusammen mit dem 2014 verstorbenen Bernardo Secchi) ein Büro, das heute unter dem Namen StudioPaoloViganò firmiert und Standorte in Mailand und Brüssel hat. Der Schwerpunkt des Studios liegt auf urbanistischen und Freiraumprojekten.
Den Beitrag im Schweizer Pavillon gestaltet Viganò zusammen mit Maria Medusheskaya, Etienne Schillers und Alessio Tamiazzo aus ihrem Studio, dem Hydrologen Paolo Benettin, dem Architekten Loan Laurent sowie der Künstlerin Marie Velardi. Das Projekt wird in Kooperation mit dem Ingenieurbüro Estia umgesetzt, das ein Spin-off der EPFL ist und im Bereich Solar und Gebäudephysik aktiv ist.
Die 20. Architekturbiennale in Venedig findet vom 8. Mai bis 21. November 2027 statt. Alle Beiträge zur Biennale sind seit dem Relaunch von BauNetz Meldungen auf einer Themenseite gebündelt, die die bisherige Sonderseite zur Biennale abgelöst hat. (gh)
Die Schweizer*innen entscheiden immer relativ früh über die Kuration ihres Pavillons. Für den Deutschen Pavillon läuft die Ausschreibung erst seit zwei Wochen: Noch bis 2. April kann man sich für dessen Bespielung bewerben.




