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19.05.2020

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Über den Fluss gefaltet

OMA planen Brücke mit Park in Washington


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Eine Brückenkonstruktion, wie sie konzeptuell nicht einfacher sein könnte: Zwei schräggestellte Plateaus treffen aufeinander und durchkreuzen sich. Einer der aus der Mitte entspringenden Überhänge formt einen überdachten Raum aus. So zumindest stellen OMA (Rotterdam) die 11th Street Bridge Park in Washington D.C. im Papiermodell vor. Aber OMA wäre nicht OMA, wenn sie aus einer simplen Idee nicht ein spektakuläres und vielseitiges Projekt entwickeln würden.

Die Brücke von OMA-Partner Jason Long in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten OLIN (Philadelphia) liegt im Süden der Stadt und verbindet das Zentrum mit dem Stadtviertel Anacostia und dem am Ufer liegenden Anacostia Park. Sie ist ausschließlich Fußgängern und nichtmotorisierten Fortbewegungsmitteln vorbehalten, der Autoverkehr muss sich mit der schon bestehenden Brücke nur ein paar Meter daneben begnügen. Stadt und Park werden so auch für Menschen, die kein Auto benutzen können oder möchten besser und schöner verbunden.

Den eigentlichen Hauptzweck erfüllt das Bauwerk aber nicht als bloßes Element der Infrastruktur zwischen beiden Ufern, sondern als eigenständige Parklandschaft. Die Brücke ist als entspannter Aufenthaltsraum und Treffpunkt direkt über dem Fluss ausgestaltet: Die aufsteigenden Promenaden bieten Grünflächen, Sitzbänke und Spielplätze. Zugleich dient das große, überdachte Element als geschützter offener Ort für unterschiedliche Aktivitäten: Tagsüber wird man in ein Café gehen, zum Sonnenuntergang besucht man Konzerte und Musikveranstaltungen, die sich bis spät in die Nacht hinziehen können. Anwohner*innen, die sich gestört fühlen könnten, gibt es keine. Dafür spektakuläre Ausblicke auf den Anacostia River. Der von der Kuppe herab plätschernde Wasserfall rundet die exklusive Atmosphäre ab.

Jason Long betont die Relevanz des Projekts in einer Zeit, in der wir uns wegen der Coronakrise alle in Parks bewegen: „In einer Zeit, in der wir paradoxerweise voneinander isoliert, aber in einer gemeinsamen Sache vereint sind, gewinnen öffentliche Räume, die wir alle teilen und die der Gesundheit zugutekommen zunehmend an Bedeutung. Unsere Arbeit hat sich darauf konzentriert, einen neuen städtischen Raum zu schaffen, der mit dem Anacostia River in Verbindung steht und das Programm für den Park zu verfeinern, um sicherzustellen, dass er ein Ort für alle Menschen in Washington DC sein wird“. Voraussichtlicher Baubeginn ist Anfang 2021. (stu)


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Kommentare

2

Lutz Borchers | 21.05.2020 22:11 Uhr

Sozialkrampf

Wer soll da was machen? Ein Spazierweg zwischen zwei Autobahnanschlüssen. Die Party-Ekstase auf Bild 3 nehme ich dem Projekt nicht ab. Das schöne Geld!

1

STPH | 20.05.2020 08:25 Uhr

mehr Gefühl OMA


Brücke ist Teil eines ganzen spannenden Zusammenhangs beginnend mit Ufer, dann noch ein Ufer, dann Wasser und dann erst Brücke, die im Idealfall die Wasserfläche mannigfaltig perforiert. Am wichtigsten sind deshalb die Übergänge Ufer-Brücke und die Wasserfenster zwischen den Brücken. Dies würde auch Abstand zu den Autokrachbrücken schaffen.
Die Steigerung der Flächen über dem Wasser ist hier eher störend.
Oder: das Verhältnis der beiden Bestandsbrücken in ihrer unterschiedlichen Höhe zueinander mit den verschiedenen Wasserfenstern ist spannender.

Vielleicht nur Strebensitzgeländer über dem Wasser, ein Kletterskelett

 
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