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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Nicholas_Grimshaw_ausgezeichnet_5507127.html

02.10.2018

RIBA Goldmedaille 2019

Nicholas Grimshaw ausgezeichnet


Wenn von Nicholas Grimshaw gesprochen wird, dann meist auch von der Waterloo Station in London, von der einst die Züge nach Frankreich abfuhren. Ebenso häufig wird das Eden Projekt im britischen Cornwall genannt, ein Ensemble aus mehreren Kunststoffkuppeln in einem botanischen Garten. Grimshaws Werk gleicht einem Architekturführer durch die vergangenen 50 Jahre westlicher und vor allem moderner Architektur. Für seinen internationalen Einfluss auf die Architektur und seine Lehre an Universitäten in über 20 Ländern erhält der Architekt nun die RIBA Goldmedaille 2019. Es ist die höchste Auszeichnung Großbritanniens für Architekten. 

Ab den späten 1960er Jahren hat Grimshaw viele öffentliche und verkehrsrelevante Gebäude entworfen. Wer von St. Petersburg nach Zürich fliegt, steht gleich zweimal in Flughafenterminals, die er entworfen oder umgebaut hat. In Melbourne hat er den Hauptbahnhof entworfen, die Flughafenerweiterung ist im Bau. Der Erfolg Grimshaws ist nicht zuletzt auch seinen inzwischen über 550 Mitarbeitern in acht Büros weltweit zu verdanken.

Die bauliche Form leitet sich, gemäß des alten Dogmas, für Grimshaw aus der Funktion ab, doch kann eine Funktion vielfältig in Formen ausgebildet sein. Norman Foster, RIBA Preisträger von 1983, fügt hinzu: „Grimshaws Kompositionen basieren stark auf einer architektonischen Ehrlichkeit verbunden mit dem Glauben, dass verschiedene Gebäudetypen und Materialien ihr ganz eigenes Design beim Entwerfen verlangen.“ Der Bezug zum technischen Fortschritt verbunden mit einer gestalterischen Zeitlosigkeit eint Grimshaws frühere und neue Werke. „Ich war immer der Meinung, wir sollten die Technologien aus der Zeit, in der wir Leben für die Verbesserung der Menschheit verwenden.“, sagte er anlässlich der Bekanntgbe der Auszeichnung.

Grimshaws Stil zeichnet sich häufig durch das verwenden ungefärbter Materialien und durch sichtbare Konstruktionen aus. Deutlich wird dies beim Ludwig-Erhard-Haus in Berlin. Das sogenannte „Gürteltier“ drängt sich nicht auf, doch ist es die „Ästhetik der Anzahl gleicher Elemente“ die den Architekturgourmet verführen kann und die Grimshaws Architektur wiedererkennbar macht.

Grimshaws Nominierung für die RIBA Gold Medal wurde unter anderem von Frank Gehry und Richard Rogers unterstützt, die bereits Preisträger der Medaille sind. Auch James Stirling, David Chipperfield und Zaha Hadid erhielten die Auszeichnung bereits. Sie wird vom Royal Institute for British Architects jährlich verliehen und von der Queen persönlich übergeben. (tb)


Zum Thema:

www.architecture.com


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