Spreebord plant mit Ingenhoven Architects
Neuer Entwurf für gescheitertes WerkbundStadt-Areal in Berlin
Für das Areal in Berlin-Charlottenburg, auf dem die gescheiterte WerkbundStadt Berlin entstehen sollte, gibt es einen neuen Entwurf. Er stammt von Ingenhoven Architects (Düsseldorf), die von der Gesellschaft der Grundstückseigentümer, der Spreebord Projektmanagement GmbH, beauftragt worden waren. Seit gestern liegt er als Bebauungsplan öffentlich aus.
Der Entwurf zeigt 20 bis 65 Meter hohe Baukörper auf fünf- oder sechseckigem Grundriss. Auf 96.300 Quadratmetern Geschossfläche sind 40 Prozent Büro- und 50 Prozent Wohnnutzung vorgesehen. Zehn Prozent der Fläche bilden einen so genannten Sozialcampus für zum Beispiel Kita, Kiezcafé, Familienzentrum und Tagespflege. Die Architekten betonen das ökologisch nachhaltige Konzept, den großen Park, die intelligente Fassadenbegrünung, die Dachgärten und den unterirdischen Autoverkehr.
Im Vergleich zu den Plänen des Berliner Werkbundes aus dem Jahr 2016 argumentieren die Verantwortlichen weniger mit gestalterischen Ansprüchen als vielmehr mit dem Programm. Ihre Botschaft: Mehrwert für die gesamte Mierendorffinsel, auf der sich das Grundstück befindet. „Das gemeinsame Ziel von Bezirk und Eigentümern ist es, hier ein dichtes, sozial und funktional gemischtes Quartier zum Wohnen und Arbeiten zu realisieren, das baulich und räumlich ein integraler Bestandteil der Mierendorffinsel wird,“ heißt es in der Presseerklärung, die das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf und die Projektgesellschaft Am Spreebord am Dienstag gemeinsam veröffentlichten.
Mit seiner Planung für das 29.000 Quadratmeter große Areal eines ehemaligen Tanköllagers in Berlin-Charlottenburg wollte sich der Werkbund Berlin einst mit gebauter Architektur am Diskurs um zeitgenössisches Wohnen beteiligen. Nachdem Grundstückseigentümer, Bezirksamt und Werkbund Ende 2017 eine Zielvereinbarung für die Qualitäten des Quartiers getroffen hatten, scheiterten die Pläne im November 2018 plötzlich, die Marke „WerkbundStadt Berlin“ darf für das Areal nicht mehr verwendet werden. (fm)
Am Samstag, 25. Mai 2019 stellen die Projektbeteiligten die Pläne der Öffentlichkeit im Rahmen einer Insel-Konferenz vor.
Termin: Samstag, 25. Mai 2019, 11 bis 15 Uhr
Ort: Berliner Universität der Künste, Mierendorffstraße 30, 10589 Berlin
Zur geplanten WerbundStadt Berlin erschien die Baunetzwoche #468.
Stattdessen wird klever nur auf hübsch unräumliche Dachaufsichten (alles grün) und Ansichten gesetzt.
Aus der Vogelperspektive sieht das Modell schon gruselig aus - wie wird das erst wirken, wenn man vor Ort steht?
..wirklich schade um die vielen interessanten Häuser des Werkbundes, die hier mal ein richtiges Stück Stadt hätten entstehen lassen. Dass sie nun ausgerechnet durch eine Siedlung im Gestus der 70er-Jahre ersetzt werden, ist unglaublich..
Stark finde ich aber die "intelligente Fassadenbegrünung". Hat das was mit der Doku "Intelligente Bäume" zu tun? Würde mich mal interessieren, ob die Vernetzung auch in Pflanzkästen funktioniert. Über eine Darstellung des "unterirdischen Autoverkehrs" (Tiefgarage?) hätte ich mich auch noch gefreut.
... gar kein dazwischen mehr?
warum immer nur extreme?
bitte wieder mehr mittelmaß!