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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Museumsanbau_von_Hiroshi_Sugimoto_in_Tokio_4232741.html

20.02.2015

Sucrerie japonaise

Museumsanbau von Hiroshi Sugimoto in Tokio


Eine Libelle aus Glas mit filigranen Flügeln, beleuchtet und auf die Haube eines Automobils gesetzt – René Lalique, der berühmte Künstler des dekadenten Pariser Art déco hat in den Zwanzigerjahren solch ein Objekt entwickelt. Für Laliques luxuriöse Kunst hatte der japanische Prinz Asaka Yasuhiko ein Faible. 1933 ließ der Kaisersohn auf einem Gartengrundstück in Tokio eine Villa errichten, deren Interieur nach Entwürfen des Künstlers gestaltet wurde. Heute dient das Kleinod des Art déco in der japanischen Metropole als Kunstmuseum, in dem auch die originale Inneneinrichtung ausgestellt wird.

Der Künstler und Architekt Hiroshi Sugimoto hat gemeinsam mit dem Architekturbüro Kume Sekkei eine Erweiterung für das Teien Museum entworfen, die nun eröffnet wurde. Ein eleganter, zeitloser Bau, der sich unaufdringlich und trotzdem selbstbewusst neben Laliques Villa stellt.

Aus verschiedenen ineinandergefügten Quadern haben Hiroshi Sugimoto und Kume Sekkei den Baukörper herausgeformt. Er ist an drei Seiten geschlossen und mit Naturstein verkleidet. An der Gartenseite ist seine statische Struktur nach außen verlagert. Schlanke, hohe Stahlträger bilden hier eine überdachte Kolonnade, eine Glaswand schließt eine innere Galerie zum Garten ab.

Die Innenräume sind zurückgenommen und dennoch ausgefeilt: Sugimoto und das Büro Kume Sekkei haben komplexe Deckenkonstruktionen in ihre Architektur integriert. Die gewellte Deckenstruktur aus mächtigen, sphärisch ausgeformten Betonträgern in der verglasten Vorhalle des Anbaus setzt sich in einem Ausstellungsraum fort. In einem zweiten Raum ist die Deckenebene mehrfach aufgebrochen und versetzt. Über seitliche Fensterbänder an den Schnittstellen dringt Tageslicht diffus in den Saal.

Eine harmonische Beziehung zum Altbau wollte Sugimoto herstellen. Sein Erweiterungsbau ist diskret platziert und mit der Villa nur über einen gläsernen Gang verbunden. Die Glaswand in diesem Verbindungsflügel ist gewellt – ein Hinweis auf die berühmten Glastüren von René Lalique, der wusste, wie man die Sinne bezirzen kann. (sj)

Fotos: Teien Art Museum


Zum Thema:

www.teien-art-museum.ne.jp


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