RSS NEWSLETTER

https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Museum_von_Ricciotti_in_Marseille_3171321.html

30.04.2013

Zurück zur Meldung

Abstrakte Kantigkeit

Museum von Ricciotti in Marseille


Meldung einblenden

Sonne, Wind und Wolken, das schnell wechselnde Wetter oder die Gischt des Meeres, das hier auch erstaunlich rau sein kann: Alles, was Marseille von seinen lieblicheren Nachbarorten unterscheidet, hat der Architekt Rudy Ricciotti (Bandol) anscheinend auch in seinem neuen Museum der Zivilisationen Europas und des Mittelmeerraums eingefangen.

Um so bemerkenswerter ist es, dass man davon zunächst gar nichts sieht. Das Museum steht massiv am alten Hafen, direkt neben dem alten Fort Saint Jean. Und in seiner ungeschliffenen und abstrakten Kantigkeit nimmt es Abstand von all den üblichen gestalterischen Metaphern, die Architekten in Meeresnähe gerne auffahren. Keine Segel, Dünen oder ähnliches will der Bau evozieren. Höchstens noch erinnert seine Fassade aus hochfestem Beton ein wenig an Fischernetze, aber auch das könnte Zufall sein.

Denn wie sehr es beim Museum um Erfahrbarkeit geht, wird erst im Inneren klar. Die Fassade erzeugt hier schnell wechselnde Licht- und Schattenspiele, die das Wetter draußen noch zusätzlich verstärken. Und das Meer erhält mit seinen Reflexionen unmittelbar Einlass ins Gebäude. Dass das Museum auch innerhalb des Marseiller Stadtgefüges klug positioniert ist, versteht sich da fast von selbst. Öffentliche Rampen führen entlang der Fassaden aufs Dach ins offene Café. Und von dort nicht nur weiter ins alte Fort mit seinen zwei weiteren Ausstellungsräumen, sondern auch ins benachbarte Viertel Panier.

Das Museum ist also nicht nur eine Metapher für die vielen Facetten Marseilles, sondern könnte dank dieser Wegeführung auch zu einem unmittelbaren Teil des städtischen Alltags werden – wenn es im Juni offiziell eröffnet wird.

Fotos: Lisa Ricciotti


Dieses Objekt & Umgebung auf BauNetz-Maps anzeigen:
BauNetz-Maps


Kommentare

3

Annette | 04.05.2013 10:55 Uhr

hochfester Beton

Ich habe in der Süddeutschen gelesen, dass die äußerste Gebäudehülle aus hochfestem und deshalb so dünn dimensioniertem Beton gegossen ist. Das Museum ist auch eine technologische Meisterleistung!

2

Lamaa | 03.05.2013 20:18 Uhr

Genial

So etwas würde ich auch gerne mal machen / planen!

Herzlichen Glückwunsch zur gelungenen Umsetzung!!!

1

max | 02.05.2013 12:04 Uhr

Großartig!

Endlich mal wieder Architektur und nicht ein weiteres Beispiel der endlosen Wiederholungen von mageren Ideen mit schlauen Texten versehen und gewohnt studentisch kommentiert.

Wer bei Bild 32 noch zweifelt soll am besten weiter machen wie oben beschrieben.

Vielen Dank!

 
Mein Kommentar
Name*:
Betreff*:
Kommentar*:
E-Mail*:

(wird nicht veröffentlicht)

Zur Durchführung dieses Service werden Ihre Daten gespeichert. Sie werden nicht an Dritte weitergegeben! Näheres erläutern die Hinweise zum Datenschutz.


Ab sofort ist die Eingabe einer Email-Adresse zwingend, um einen Kommentar veröffentlichen zu können. Die E-Mail ist nur durch die Redaktion einsehbar und wird nicht veröffentlicht!


Ihre Kommentare werden nicht sofort veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Regeln.




Alle Meldungen

<

02.05.2013

Urban by Nature

Projekte für Architektur-Biennale Rotterdam gesucht

30.04.2013

Polygonal geformte Keramikbaguettes

Hochschule für Musik in Karlsruhe eröffnet

>
Baunetz Architekten
4a Architekten
BauNetz Wissen
Raues Schuppenkleid
BauNetzwoche
Best of 90s
baunetz interior|design
Supersalone 2021
Stellenmarkt
Neue Perspektive?
19097442