Zur Stadt hin öffnen
MVRDV planen Museumsumbau in Turin
MVRDV (Rotterdam) werden eines der wichtigsten Kunstmuseen Turins umbauen: Das Team unter Leitung des niederländischen Büros konnte den zweistufigen internationalen Architekturwettbewerb zur Neugestaltung der GAM – Galleria Civica d'Arte Moderna e Contemporanea für sich entscheiden. Als Kooperationspartner agieren Balance Architettura, das Integralplanungsbüro EP&S Group, der urbane Think Tank Stratosferica (alle Turin) sowie Stadtgeologe Michelangelo Di Gioia, Wirtschaftsingenieur Filippo Busato und Kunsthistorikerin und Kuratorin Giorgina Bertolino.
Das Ausstellungshaus von Carlo Bassi und Goffredo Boschetti beherbergt seit seiner Eröffnung 1959 die städtische Sammlung, die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts umfasst – mit Gründung im Jahr 1863 die erste öffentliche Sammlung zeitgenössischer Kunst Italiens. Auch der Museumsbau, der – mit seinem Hauptgebäude quer zum Straßenraster – einen ganzen Block nahe des Corso Vittorio Emanuele II bespielt, sollte für Innovation und Offenheit stehen. Ziel der Eingriffe MVRDVs ist, diese moderne, experimentierfreudige Identität erneut freizulegen, mit neuen funktionalen Anforderungen zu verbinden und das Haus in Dialog mit dem Stadtgeschehen zu setzen.
Technisch werden Anpassungen im Hinblick auf Barrierefreiheit, Sicherheit und Besuchererlebnis sowie zur Verbesserung der Klimabilanz vorgenommen. Darüber hinaus versteht das Projekt das Museum als einen in das Stadtgefüge integrierten, offenen Platz, der neue Räume für Interaktion und aktive Bürgerbeteiligung bietet. MVRDV: „Das Projekt geht [...] über das Gebäude hinaus: Es ist in erster Linie ein Projekt der Offenheit. Wir haben die GAM als einen lebendigen Ort wahrgenommen, der tief mit der Stadt Turin verbunden ist. Die Öffnung des Gartens und des Platzes bedeutet, die Kultur der Stadt zugänglich zu machen und die Menschen einzuladen, alle Räume zu durchqueren, bis hinunter in das Untergeschoss und die Lagerräume.“
Mit ihrem Konzept konnte sich das Team gegen 48 Mitbewerber, darunter in Phase Zwei noch Kengo Kuma & Associates, Guillermo Vázquez Consuegra Arquitecto, Mario Cucinelli Architects und ACPV Architects durchsetzen. Auslober des Wettbewerbs waren die Fondazione Torino Musei und die Fondazione Compagnia di San Paolo, in Zusammenarbeit mit der Stadt Turin und mit Unterstützung der Fondazione per l’architettura Turin. Die Fondazione Compagnia di San Paolo hat zudem zugesichert, für die Kosten der Maßnahmen aufzukommen. Vorveranschlagt sind 27,5 Millionen Euro. (kms)




