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22.07.2010

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Geknickter Stab

MVRDV bauen Niedrigenergiehaus in Paris


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Die Holländer MVRDV (Rotterdam) bauen ihr erstes Bürogebäude mit Niedrigenergiestandard in Paris. Das gemeinsam mit dem Investor ICADE Promotion entwickelte Projekt entsteht unweit des ZAC Gare de Rungis im 13. Arrondissement von Paris. Entwurfsidee ist das Bild eines bis zum Bruch „gedrückten Balkens“ („pushed slab“), der an der städtebaulichen Schnittstelle zwischen dem dicht bebauten Norden und dem locker besiedelten, durch große Infrastrukturflächen und Großbauten wie das Stadion Charléty geprägten Süden des Bezirks entstehen soll.

Das Bürohaus ist auf einer ehemaligen Brachfläche der Bahn geplant, eines am nördlichen Rand des Boulevard Kellermann gelegenen, rund 4.000 Quadratmeter großen Areals. Der Gebäudegeometrie des Neubaus liegt ein rund 150 Meter langer und 21 Meter breiter Riegel zu Grunde, der nach zirka zwei Dritteln seiner Länge geknickt wird. Dadurch schaffen die Architekten zum Boulevard hin einen kleinen Platz, der die Eingangssituation markiert. Durch das abstrahierte „Bersten“ des Stabes entsteht zudem eine Vielzahl an Terrassen, die sowohl direkt von den Büros aus als auch von den zur Straße gelegenen Freitreppen aus erschlossen werden können.

Zudem ergibt sich hier eine große Öffnung im Baukörper, die den Blick auf die rückwärtige historische Bebauung freigibt und als zweigeschossige Loggia genutzt werden kann. Um dem Image einer „Öko-City“, die hier entstehen soll, gerecht zu werden, wird das Gebäude eine Fassade aus Holz erhalten, Terrassen und „Balkone“ sollen üppig begrünt und 1.500 Quadratmeter Solarzellen auf dem Dach installiert werden.

Das rund 19.000 Quadratmeter große Bürogebäude wird dann nicht nur mit wenig Energie auskommen, sondern auch selbst 200.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Der Baubeginn ist für das Jahr 2011 geplant, die Baukosten wurden mit 35 Millionen Euro veranschlagt.


Kommentare

4

julio | 26.07.2010 13:52 Uhr

diagramm vs. inhalt

ich finde es vollkommen oberflaechlich sich ueber solche konzeptdiagramme so aufzuregen. sie schliessen ja nicht ja nicht durchdachte loesungen und intelligente raumaufteilungen aus.

klar ist das hier gezeigte foto ein in-your-face diagramm, was nicht die gesamte dimension des entwurfes kommuniziert, aber als stadtplaner und architekt finde ich, dass eine unbekuemmerte art, den nutzer anzusprechen und ihm spass zu machen ein durchaus wichtiger bestandteil guter planung ist.

man denkt hier natuerlich trotzdem pragmatisch, kostenbewusst und oekologisch. mit allem anderen wuerde man bei einem projekt von dieser dimension auch nicht durchkommen.

das alles mal abgesehen davon, dass dieses projekt meiner meinung nach die arbeit von mvrdv nicht besonders gut repraesentiert.

3

peterpan | 23.07.2010 18:21 Uhr

"konzept"

auch wenn diese "konzepte" meistens nach dem eigentlichen entwurf oder währenddessen entstehen aber fast nie vorher find ich es trotzdem gut solche "geistesblitze" darzustellen. sie helfen einem seine eigene idee und die formgebung zu erklären, vor allem gegenüber nicht-architekten, denen man das ja vermitteln muss und für die man ja letztendlich baut. ich finde das wird viel zu oft vergessen.

2

rotho | 22.07.2010 21:56 Uhr

styropor drücken

super konzept, eine stange styropor, ein bißchen drücken und schon haben wir dynamische, epressive und konzeptionelle architektur. das ist ehrlich, braucht nicht viel hirn und ist im sinne der gedankenlosigkeit der zeitgenössischen architektur.
so wenig konzept war noch nie.
daraus können wir ableiten, wir brauchen keine baukultur, denn die baukultur der zukunft kannste knicken. beim nächten mal vielleicht gedehnte gummibärchen und rot ist irgendwie cooler

1

peter | 22.07.2010 18:32 Uhr

knick it and kick it

die konzeptherleitung mutet an, als sei sie aus dem vorigen jahrtausend, als koolhaas noch alle modelle antatschen musste, um die geniale einfachheit seiner ideen zu kommunizieren. vielleicht ist mit der darstellung von mvrdv endgültig diese form der konzeptvermittlung unerträglich geworden.

 
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