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12.04.2024

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Stampflehm mit Betonkrone

Kunstzentrum in Accra von Adjaye Associates


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Der 1984 in Ghana geborene Maler Amoako Boafo hat mit seinen Porträts in der internationalen Kunstszene innerhalb der letzten Jahre blitzartig Karriere gemacht. Das dabei generierte Kapital nutzt er unter anderem dazu, um mit seiner Amoako Foundation in der ghanaischen Hauptstadt Accra ein Programm für Künstler*innenresidenzen zu starten, das die Produktion lokaler Kunst unterstützen soll. Für die dot.ateliers ließ er von Adjaye Associates (Accra/London/New York) einen 560 Quadratmeter großen Neubau entwerfen, der als kreativer Inkubator, Ausstellungsort und Treffpunkt der Kunstszene fungieren soll. Kristodia Ntorinkansah Landscaping (Accra) planten die Gestaltung des Außenraums.

Das Kunsthaus steht in unmittelbarer Nähe zum Meer im Fischerviertel Osu, in dem Boafo aufwuchs. Als dreigeschossiger, kantiger Baukörper mit Sheddach erhebt es sich weithin sichtbar aus der flachen und kleinteiligen Bebauung seiner Umgebung. Das Volumen wurde mittig auf dem Grundstück platziert, sodass zwischen Gebäude und Grundstücksmauer ein umlaufender Hofbereich entstand. Eine perforierte Holzstruktur bildet im Eingangsbereich eine durchlässige Abgrenzung zur Straße.

Errichtet wurde der Neubau als Stampflehmkonstruktion. Das in Westafrika viel verwendete Baumaterial zeichnet sich neben seiner positiven Umweltbilanz auch durch eine hervorragende natürliche Kühlung im Innenbereich aus. Die nur wenige Öffnungen aufweisende, rötliche Fassade ist von hellen Betonbändern durchbrochen. Diese markieren die drei Stockwerke, die nach oben hin immer höher werden. Auch die Dachkonstruktion besteht aus Beton und sitzt wie eine Krone auf dem Baukörper.

Erschlossen wird das Haus durch eine Treppe, die sich L-förmig um zwei Seiten des Hauses zieht und als klimatische Pufferzone dient. Zwei große, glaslose Öffnungen ermöglichen eine gute Luftzirkulation und schützen die tiefer im Baukörper liegenden, „inneren“ Fenster vor direkter Sonneneinstrahlung.

Das Raumprogramm umfasst im Erdgeschoss ein Café, eine Kunstbibliothek mit informellem Co-Working-Bereich und ein Büro. Im ersten Obergeschoss liegt ein großes Atelier für die Artist Residencies, das bei Bedarf in kleinere Studios unterteilt werden kann. Ganz oben befindet sich ein bis zu sechs Meter hoher Ausstellungsraum. Im Gegensatz zur rohen Materialität der Außenfassade sind die Innenräume von weißen Gipskartonplatten, Holzoberflächen und Terrazzo geprägt. (da)

Fotos: Adjaye Associates


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Kommentare

7

peter | 16.04.2024 09:33 Uhr

@4 schön skandalös zusammengefasst,

aber etwas mehr kontext wäre wohl angebracht.
im übrigen ist die story vom juli 2023.

6

auch ein | 15.04.2024 13:15 Uhr

architekt

@4:
finanzielle ausbeute ist bei der "star-stufe" ja normal.
das andere klären gerichte

das haus ist trotzdem gut

5

may | 15.04.2024 12:03 Uhr

@4. kommentar

was hat das denn mit den gebäude zu tun? sind die räume oder die fassade jetzt etwa schlechter? dont feed the wokeness.

4

joscic | 15.04.2024 10:12 Uhr

man sollte vielleicht nicht unerwähnt lassen

daß drei Frauen aus dem Büro in Accra dem Architekten finanzielle Ausbeutung sexuelle Übergriffe vorwerfen. Adjaye hat sich für Fehlverhalten entschuldigt und inzwsichen seine sämtlichen Ämter niedergelegt sowie diverse prominente Projekte abgegeben.

3

arcseyler | 13.04.2024 16:01 Uhr

.....

wie diese massive Sedimentierung in einen Schwebezustand umschlägt, ganz leicht wirkt durch seine Horizontalen.

2

susanne | 12.04.2024 19:59 Uhr

so einfach, so wunderbar!



.. nur die 2 Stellplätze in der Adressbildung sind etwas schade ..

1

peter | 12.04.2024 17:29 Uhr

große klasse

dieses haus wäre im baulichen kontext europas oder nordamerikas etwas ganz besonderes, aber in einem land wie ghana wirkt es vermutlich wie aus einer anderen welt.
beeindruckend!

 
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