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22.07.2009

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Spektralsymphonie

Kunst am Bau für TU Dresden entschieden


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„Spektralsymphonie der Elemente“ nennt Künstler Roland Fuhrmann seinen Entwurf für sein künstlerisches Werk im Neubau der Chemischen Institute an der Technischen Universität Dresden. Der Bildhauer hatte einen Wettbewerb für sich entschieden, in dessen Jury neben Architekten und Künstlern auch ein Chemieprofessor saß.

Inspirieren ließ sich Fuhrmann durch den Chemiker Robert Bunsen, der 1856 schrieb: „Kirchhoff hat eine wunderschöne, ganz unerwartete Entdeckung gemacht... das Linienspektrum!“ Beide hatten damit gewissermaßen den genetischen Code der anorganischen Materie entdeckt. Mit diesem „spektralen Fingerabdruck“ aus Licht ist jedes Element sofort bestimmbar. Im spaltbreiten Licht des individuellen Linienspektrums verschmelzen Kunst und Wissenschaft.

Konzept des Künstlers: „Die erhabene Schönheit der Linienspektren besteht im Weglassen, in der für jedes Element typischen Reduktion auf einzelne wenige Farben des Spektrums. Werden nun die minimalistischen Emissionslinien der Spektren der Elemente herausgelöst und gleichzeitig in den Raum gesetzt, dann wandelt sich die Logik dieses Naturgesetzes in ein impressionistisches Raumgemälde. Farbklänge werden so zur Spektralsymphonie. Lichtfarben sind dabei die primären Gestaltungsmittel. Farbiges Glas wird dem Licht am besten gerecht und ist außerdem das vertraute Material des Chemikers. Die Spektrallinien der Elemente sind also schwebende Röhren aus farbig leuchtendem Glas."

Die Hauptblickrichtung im Gebäude ist die Achse der Passage. Ursprünglich sollte die Wand bespielt werden. Robert Fuhrmann ist von der Wand weggegangen, weil der Raum zu schmal dafür war. Nun hängen die Linienspektren quer zur Halle und entfalten so ihre volle Wirkung. In elf offenen Ebenen staffeln sie sich in den Raum, überlagern ihre Spektren, erzeugen überraschende Farbverläufe und machen die Dimension der Architektur erfahrbar. Beim Durchschreiten der Passage wird die Verschiebung der Farben dynamisch, die Spektrallinien vermischen sich und gehen neue chemische Verbindungen ein.


Kommentare

4

kde | 02.08.2009 14:46 Uhr

finde ich sehr gut

dass auch hier mal die "kunst am bau" (heute: kunst und bauen) ein forum erhält! wird sie doch häufig von den so arg engagierten architekten als konkurrenz abgelehnt - schade eigentlich.

3

micha | 24.07.2009 09:16 Uhr

symphonie

Echt toll!
Kompliment - da will man mehr von sehen.
Und nicht - wie üblich - bei der ersten Kostendiskussion ersatzlos streichen!

2

Dr. Ronald Kunze | 23.07.2009 09:14 Uhr

Kunst am Bau

Ein wunderbares Beispiel für Kunst am Bau in Sachsen! Roland Fuhrmann Arbeiten sind beachtenswert ... beispielsweise auch an der Uni Halle.
Warum hat man eigentlich von der Ausschreibung des Wettbewerbs (hier) nichts erfahren. Wir sollten die Baukultur – und dazu gehört die Kunst am Bau – mehr in den Mittelpunkt rücken: Offene Wettbewerbe ausschreiben, wie es die Richtlinie des BMVBS aufzeigt.

1

thomas franke, c/o franke freie architekten BDA -ffa-, dessau | 22.07.2009 20:33 Uhr

spektralsynphonie

großartig

 
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