RSS NEWSLETTER

https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Kita_in_Leipzig_von_Aline_Hielscher_Architektur_8450488.html

07.12.2023

Zurück zur Meldung

Eleganz zwischen Elfgeschossern

Kita in Leipzig von Aline Hielscher Architektur


Meldung einblenden

Zu den Schwerpunkten des 2016 gegründeten Büros von Aline Hielscher mit Sitz in Leipzig gehören Kindertagesstätten und Umbauten von Bestandsgebäuden aus den 1950er bis 70er Jahren. In der Region sind das insbesondere DDR-Plattenbauten. Kita in der Platte hieß dementsprechend ein Umbauprojekt, das Aline Hielscher Architektur 2021 im nahegelegenen Halle umsetzen konnten. 

Nun haben die Architekt*innen erneut eine Kita innerhalb einer Großwohnsiedlung fertiggestellt – dieses Mal in Leipzig und als Neubau. Die kürzlich mit dem Architekturpreis der Stadt Leipzig ausgezeichnete Quartiers-Kita entstand im Auftrag der Stadtverwaltung im südöstlichen Leipziger Zentrum. Das Haus liegt unweit der Straße des 18. Oktober, die das Neue Rathaus mit dem Völkerschlachtdenkmal verbindet. Die Kosten für den Bau mit einer Nutzfläche von 1.170 Quadratmetern lagen bei drei Millionen Euro brutto in den Kostengruppen 300 und 400. Das Büro betreute das Projekt in den Leistungsphasen 1 bis 8.

Die Siedlung, in der die Kita entstand, ist geprägt von elfgeschossigen Zeilenbauten, zwischen die bereits zu DDR-Zeiten mehrere zweigeschossige Kindergärten gesetzt wurden. Der ebenfalls zweigeschossige Neubau liegt in unmittelbarer Nähe zu einer Bestandskita und bietet Platz für bis zu 105 Kinder. Zentrales Leitmotiv des Entwurfs war der Bezug zwischen Gruppenräumen und Garten, damit die Kinder „unmittelbar an der Veränderung der Natur innerhalb der Jahreszeiten teilhaben“ können.

Eingelöst wird dieser Anspruch durch eine filigrane Pfosten-Riegel-Fassade mit großen Glasflächen. Jeder Aufenthaltsraum erhielt einen direkten Zugang zum Garten, sei es über Terrassen im Erdgeschoss oder eine Stahlbalkonanlage mit zwei hinabführenden Treppen im Obergeschoss. Der Hauptzugang liegt an der Nordseite, wo ein Fuß- und Radweg verläuft, der das ganze Quartier durchzieht.

Durch einen Bewegungsraum hindurch öffnet sich vom Entree aus eine direkte Sichtachse zum Gartenbereich. Auch Anordnung und Gestaltung der Gruppenräume ermöglichen immer wieder Durch- und Ausblicke sowie eine großzügige Versorgung mit Tageslicht, beispielsweise durch Glasfelder neben den Türen sowie Oberlichter.

Im Gegensatz zu vielen anderen Kitas bleibt die Farbensprache des Projekts zurückhaltend. Natürliche Töne, die das Grün des Gartens hervortreten lassen sollen, bestimmen das Erscheinungsbild. Die Balkonanlage in Weiß schafft einen neutralen Rahmen. Die Fassade zeigt sich in Besenstrich-Optik, an Fenstern und Türen kam eloxiertes Aluminium zum Einsatz. Im Inneren prägen ein heller Linoleumboden und das Fichtenholz der Pfosten-Riegel-Fassade die Räume. Die Bäder wurden in Pastellgrün gefliest. Bunt zugehen wird es dank der Kinder trotzdem. (da)

Fotos: Célia Uhalde


Dieses Objekt & Umgebung auf BauNetz-Maps anzeigen:
BauNetz-Maps


Kommentare

13

Hanna | 12.12.2023 18:22 Uhr

Schöne zurückhaltende Gestaltung

Traurig, dass selbst hier unter vermeintlichen Architekturkenner:innen immer noch davon ausgegangen wird, dass Räume für Kinder immer quietsch-bunt sein müssen. Ich kann mich Skyeblue nur anschliessen. Wer schon einmal in einer Kita war, weiß wie viel Farbe durch die Nutzer:innen, Möbel, Dekoration mitgebracht wird. Hier die Architektur bewusst zurückhaltend zu gestalten ist ein toller Zug der Architektin + Team.

12

Also | 08.12.2023 12:33 Uhr

ich

finde Bild 2 unheimlicher: dieser rote Elephant macht mich nervös.....

Was macht DER denn da?

11

Christian Richter | 08.12.2023 10:35 Uhr

Wenn ein Vordach....

... am Seiteneingang und die ungeschickt ausgewählten Innen- und Außenleuchten die einzigen, wenn auch berechtigten Kritikpunkte sind, ja dann - dann kann man aus ganzem Herzen gratulieren. Ein wirklich gelungenes Gebäude. Den Architekt*innen wünscht man weitere schöne Bauten, und den Kindern viel Spaß in ihrem neuen Haus.

10

Jan | 08.12.2023 10:02 Uhr

Nutzung

Haha, romanesco hat die Gefühle beim Betrachten von Bild #9 sehr gut auf den Punkt gebracht; Danke.
(Man hätte es halt auch einfach weglassen können).

Der Bau an sich ist gelungen. Passt auch gut in die Umgebung. Es wäre eine schöne Berufsschule oder ein Werkstattgebäude einer Universität aber an eine KiTa muss ich beim Betrachten wirklich nicht denken. Vielleicht fehlen ja nur die Bilder von phantasie- und liebevoll gestalteten Innenräumen.

9

Lassie | 08.12.2023 09:15 Uhr

schönes Projekt

hier hätte ich gerne noch mehr Bilder gehabt, um die Leichtigkeit des bauens nachempfinden zu können.
Ansonsten ist bei anderen Projekten die Vielzahl der Bilder meist überflüssig und nur eitler Schein. An dieser Stelle gerne mehr davon.

8

Sykeblue | 08.12.2023 08:24 Uhr

Interessant

Hallo zusammen,
ich kann die Kritik nur teilweise nachvollziehen.
Natürlich nehmen sich die Räume zurück. Wer aber schonmal eine Kita in aktiver Nutzung besucht hat weis, was da noch alles an Möbeln, Spielsachen und Dekorationen durch die Nutzer folgen wird. Es gibt viel Tageslicht, hohe Räume und einen Zugang zum Garten. Damit ist meiner Meinung nach das wichtigste für eine gute Zeit in der Kita gegeben.

7

arcseyler | 07.12.2023 20:36 Uhr

......

Ist die Platte dahinter eine Wohnmaschine a la LC mit Maisonetten und öffentlichen Zwischendecks? Oder was

6

50667 | 07.12.2023 18:45 Uhr

Ich kenne....


....die ein oder andere Waschküche mit mehr Atmosphäre...Kinder sind hier nicht wirklich vorgesehen... in diesem trost- und seelenlosen Gebäude...

5

romanesco | 07.12.2023 17:06 Uhr

Number Nine

In der Tat, von Bild number nine geht eine leise, Margritte-hafte Bedrohung aus. Warum ist die Tür minimal unter dem Vordach verrückt? Warum überhaupt so eine dumpf einschlagende, vollwandige Blechtür? Verbirgt sie dunkle Geheimnisse? Blaubarts Kammer? Warum ragt der Speier des lastenden Vordachs so mächtig und kontrastfarbig abgesetzt hervor? Wo speit er überhaupt hin? Da werden sogar die gebogenen Zuleitungen zu den Langfeldleuchten zu skeptisch gerunzelten Augenbrauen.

Aber ansonsten? Ansonsten feiert die Moderne auf ihre bezaubernd leichte und lichte Weise Urständ und beweist mal wieder ihren Sinn, ihre gestalterische Nachhaltigkeit (sah schon gestern gut aus, wird auch morgen noch gut aussehen) und tut das, was sie am besten kann und wozu sie auf der Welt ist: Den Menschen, die in und mit diesem Gebäude umgehen, einen heiteren, schützenden, aber nicht einengenden Rahmen zu bieten. Das ist geistvoll, mit sicherer Hand und mit Augenmaß umgesetzt!

4

hahaho | 07.12.2023 16:42 Uhr

medizinisch rein

Schönes Ärztehaus!

Bild 9 bereitet tatsächlich Schmerzen. Da weiß man gar nicht wo man anfangen soll.

3

Desillusionist | 07.12.2023 16:28 Uhr

Auch nervös

@1: Andere Fotograf:innen hätten den Fehler mit Photoshop verschwinden lassen. Ehrlich währt halt am längsten.

"When too perfect, lieber Gott böse"
Nam Jun Paik

Ansonsten: Die gleiche Aufnahme schön verwittert in 10 Jahren: Bonjour Tristesse!

2

Andreas Wolf | 07.12.2023 16:17 Uhr

Kita in Leipzig

Kann man die Kinder in dem Museum auch besichtigen?

1

KuMiKö | 07.12.2023 15:38 Uhr

sauber

schöne Kita. Bloß Bild Nr. 9 macht mich nervös

 
Mein Kommentar
Name*:
Betreff*:
Kommentar*:
E-Mail*:

(wird nicht veröffentlicht)

Zur Durchführung dieses Service werden Ihre Daten gespeichert. Sie werden nicht an Dritte weitergegeben! Näheres erläutern die Hinweise zum Datenschutz.


Ab sofort ist die Eingabe einer Email-Adresse zwingend, um einen Kommentar veröffentlichen zu können. Die E-Mail ist nur durch die Redaktion einsehbar und wird nicht veröffentlicht!


Ihre Kommentare werden nicht sofort veröffentlicht. Bitte beachten Sie unsere Regeln.




Alle Meldungen

<

08.12.2023

Soziale Nachhaltigkeit und Design

Konferenz in Frankfurt am Main

07.12.2023

Substanzielles Umdenken

Engagement gegen Abrisse in München, Berlin, Bonn und Köln

>
BauNetz Wissen
Neu gemixt
baunetz interior|design
New Kids on the Block
Baunetz Architekt*innen
heinlewischer
BauNetz Themenpaket
Nie wieder
vgwort