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22.04.2024

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Kita mit Himmelswiese

Kéré Architecture und Hermann Kaufmann + Partner planen in München


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Bisher hat der 2022 mit dem Pritzker-Preis und 2023 mit dem Praemium Imperiale ausgezeichnete Francis Kéré vorwiegend Entwürfe für den afrikanischen Kontinent entwickelt, darunter zahlreiche Bildungsbauten. Nun plant er mit seinem Berliner Büro Kéré Architecture das erste Projekt in München: Es ist eine Kita für die Technische Universität (TUM), an der Kéré seit 2017 eine Professur innehat. Die Ausführungsplanung übernimmt das in Schwarzach in Vorarlberg ansässige Büro Herrmann Kaufmann + Partner. Holzbauspezialist Kaufmann lehrte ebenfalls bis 2021 an der TUM. Als Bauherrin tritt Unternehmerin Ingeborg Pohl auf, die seit 2016 Ehrensenatorin der TUM ist. Nach ihr soll die künftige Kinderoase auch benannt werden. Den Betrieb wird nach der für Ende 2025 anvisierten Fertigstellung das Studierendenwerk München übernehmen.

Am Donnerstag, 18. April 2024 fand der Spatenstich für das Bauvorhaben statt. Errichtet wird es auf einem ehemaligen Parkplatz an der Gabelsberger Straße in der Maxvorstadt, direkt gegenüber dem Unicampus. Auf fünf Geschossen mit insgesamt rund 700 Quadratmetern Fläche sollen Betreuungsplätze für bis zu 60 Kinder von Mitarbeitenden und Studierenden der TUM entstehen. Die als konstruktiver Holzbau geplante Kita wird den veröffentlichten Renderings zufolge ein neuer Blickfang in der Straßenfront werden. Zum einen fällt der Bau durch eine skulptural gefaltete Lamellenfassade aus Cortenstahl auf, die wie ein durchlässiger Vorhang wirkt. Laut einem Artikel der Süddeutschen Zeitung wird er zum anderen mit einer vorgesehenen Höhe von 22 Metern die Nachbargebäude um etwa fünf Meter überragen. Nur so ließe sich auf dem beengten Grundstück das gewünschte Raumprogramm unterbringen, heißt es dazu.

Während der schlichte, von der Straße zurückgesetzte Sockel die Verwaltung unterbringen soll, sind für die Betreuung der Kinder die Obergeschosse vorgesehen. Wie ein riesiger Guckkasten ragen sie in den Straßenraum. Neben Gruppenräumen wird es hier auch Gemeinschafts- und Sportflächen geben. Der Außenbereich zum Spielen an der frischen Luft befindet sich auf dem Dach des Gebäudes. Als sogenannte „Himmelswiese“ wird er den Kindern spektakuläre Ausblicke auf ihre Stadt ermöglichen. Der Bau sei in erster Linie ein Haus für Kinder, wird Kéré in der Pressemitteilung der TUM zitiert, er sei aber auch „ein Geschenk an die gesamte Stadtgesellschaft“. (da)

[Anmerkung der Redaktion: Das Planmaterial hat uns erst nach der ursprünglichen Veröffentlichung des Beitrags erreicht, wurde also im Nachhinein ergänzt.]


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Kommentare

11

arcseyler | 25.04.2024 13:36 Uhr

.......

Der Gruppenzimmernahe Einzelauslauf hat Charme. Die Sonderform auch. Eine Brücke auf das Mensadach dahinter hätte aber Himmel über dem Kopf. Oder gleich die ganze Kita auf das Mensadach.

10

a_C | 25.04.2024 11:01 Uhr

Puh...

Es gibt sehr schnell eine Menge, was man an dem Bau kritisieren könnte:

- die städtebauliche Figur
- die Materialwahl und -kombination (Cortenstahl auf Holztragwerk!?)
- die ineffiziente und als gestalterischer Akzent im Grundriss wenig überzeugende innere Erschließung
- die nur für die Gestaltung erzwungenen Kollisionen im Detail (bspw. Glasbrüstung hinter Cortenstahllamellen)

Dennoch finde ich ein "besonderes" Gebäude für so einen schönen Zweck an dieser Stelle durchaus in Ordnung. Ein paar Fehler werden hoffentlich im weiteren prozess behoben, sodass hier am Ende ein echter Mehrwert entsteht.

PS: Auch wenn ich mich sonst vehement für Wettbewerbe und saubere Vergaben einsetze, finde ich es an dieser Stelle durchaus verständlich, wenn die TUM hier auf eigene Professoren zurückgreift.

9

George | 24.04.2024 09:58 Uhr

Design District

Welcome to Design District London.
Have a great day!

8

Michael | 23.04.2024 13:50 Uhr

Vetterleswirtschaft in München

Leider wird an dieser Stelle oft kritisch über die Beiträge gesprochen.
Vielleicht gibt es aber einfach auch in der Kategorie erwähnenswerte Architekturnachrichten zu oft Projekte, bei denen irgendetwas nicht stimmt.

Ich finde auch, dass eine deart hochrangige Architekturschule wie die TUM bei der Auswahl eines Entwurfs und der Planenden transparent und demokratisch agieren muss. Egal ob es im Hintergrund Finanzmittel von anderen als dem Bundesland oder dem Staat gibt, die TUM ist ein öffentlicher Auftraggeber.

Die beiden beteiligten Büros sollten die Größe haben deartige Aufträge abzulehnen und in einem Wettbewerb anzutreten, wenn sie das Projekt wirklich als wichtig betrachten und ihre Rollen in der Architekturgesellschaft als Lehrende und Pritzker-Preisträger ernst nehmen.

Ein Wettbewerb und im besten Fall offen ist an dieser Stelle das sehr viel richtigere.

Dann wäre die Frage ob dieser Entwurf tatsächlich gewonnen hätte...

7

Max Putzke | 23.04.2024 11:29 Uhr

zu spät...

Erstaunlich, dass so etwas genehmigt wird. Immerhin haben die Genehmigungsbehörden und natürlich auch die planenden Architekten eine Verantwortung für den öffentlichen Raum. Eine normale Kubatur wäre hier die Wahl gewesen. Das kann man auch qualitätsvoll planen.
Gibt es denn hier keinen Bebauungsplan wo so etwas geregelt ist?? Anscheinend zu spät...

6

junger Architekt | 23.04.2024 10:11 Uhr

wir haben das ja anders gelernt!

Stadtraumprägende Erdgeschossfassade ??? ... aber immerhin kann das kleine weiße Auto noch davor parken.

Schade!

5

50667 | 22.04.2024 18:37 Uhr

Als Solitär....


..ein schöner skulpturaler Bau....aber das UFO ist leider an der falschen Stelle gelandet...

4

Lars K | 22.04.2024 17:52 Uhr

prächtig

Im Gegensatz zu meinen Vorrednern finde ich , das dieses Gebäude zeigt, dass man ruhig mal gepflegt aus der Reihe tanzen darf, ohne dass deswegen die ganze Stadt den Bach runtergeht. Ich fänds prima, wenn die Straße einen farbigen Hingucker bekommt. Und ja, lieber "auch ein...", man kann als konstruktiver Holzbau trotz einer cortenstahlfassade immer noch sehr nachhaltig sein. Ich frage mich eher, ob Cortenstahl tatsächlich die auf den Renderings gezeigte Farbe ergibt? Ich kenn das Material doch eher dunkel. Schaunmermal... im Großen und Ganzen ein begrüßenswertes Projekt.

3

auch ein kommentar | 22.04.2024 17:05 Uhr

Kita in Himmelsvergabe

Kein Wettbewerb, keine offizielle Ausschreibung - unter der Hand 2 Professoren, damit Kéré endlich auch mal was in Deutschland gebaut hat. Wieso so undurchsichtig, ein offener Wettbewerb wäre doch toll gewesen, ihr habt doch so viele tolle ArchitektInnen ausgebildet, über all die Jahre. Ist das euer Anspruch? Könnte ja auch nur für Alumni / Assistentinnen, oder sonstiges sein, dann wäre vielleicht mal etwas richtig gutes bei rausgekommen. Siehe Braunschweig! Chapeau!

Der Professor, der ein bis maximal zweimal im Semester da ist. - Richtig lohnenswert, auch als Message für die Studierenden

Zum Ökologischen & Ökonomischen / Einfügen / Betriebsablauf / Denkmalschutzthemen / möchte ich gar nicht urteilen.

2

Auch ein Architekt | 22.04.2024 16:15 Uhr

Entzug Pritzkerpreis und Proffesur

Das Projekt ist lieblos und ohne Verständnis von Kontext entwickeln. Mehr Schein als Sein. Die TUM rühmt sich mit dem Star als Planer und alle freuen sich. Dass das Projekt aus der Zeit fällt, vollverglast und mit corten Lamellen Nachhaltigkeit verschläft und ohne konkurrierendes Verfahren vergeben wurde schafft es nicht die gestalterische Unzulänglichkeit zu kaschieren. Armutszeugnis für Architekt, Universität und Stadt. Und der arme Hermann Kaufmann darf den Mist dann ausführen. Na Prost Mahlzeit!

1

Hirsch | 22.04.2024 16:08 Uhr

Uff

Ernüchterung pur.

Die inneren, nicht gezeigten Werte mögen ja ok sein, aber was ist das denn bitte? Unsensibler könnte man mit dem Bestand kaum "interagieren". Der Klopper wirkt vollkommen deplaziert und die Form selbst auch willkürlich und wild zusammengewürfelt. Von allem etwas dabei. Traurig. Dazu noch die 2000er Vibes der "Renderings" ..

Ein Wettbewerb hätte wohl zu deutlich besseren Ergebnissen geführt, als diese Direktvergabe.

 
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