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16.07.2018

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Stadtregal auf Robbengelände

Kadawittfeldarchitektur planen Gewerbehöfe in Berlin-Kreuzberg


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Wer in Berlin für wenig Geld umziehen wollte, mietete keinen Transporter, sondern eine Robbe. Mit dem Verkauf der Autovermietung Robben & Wientjes, deren Stammsitz 40 Jahre lang an der Prinzenstraße in Kreuzberg war, geht nun eine Ära zu Ende. Die Eigentümer haben nicht nur die Fahrzeugflotte an die Konkurrenz verkauft. Auch die Grundstücke samt Garagen auf beiden Seiten der Straße haben die Besitzer gewechselt. Der in Deutschland vor allem für den Bau von Wohnungen bekannte Projektentwickler Pandion, der die insgesamt 40.000 Quadratmeter großen Grundstücke erworben hat, stellte vergangene Woche seine Pläne vor.

Diese machen deutlich, dass in dem zentral gelegenen Kreuzberger Gewerbegebiet zugleich eine neue Ära beginnt. Eine Ära der mit englischen Titeln geschmückten maximalen Grundstückausnutzung, der zur Imagepolitur temporäre Zugeständnisse an die freie Kunst- und Kulturszene vorausgehen. The Shelf sollen die auf der Westseite der Prinzenstraße geplanten Gewerbehöfe heißen. Ein Blick auf die Visualisierungen und Grundrisse zeigt eine sechsgeschossige Blockrandschließung und eine zeitgenössische großstädtische Architektursprache, wie sie derzeit vielerorts zu finden ist. Die Pläne stammen von kadawittfeldarchitektur (Aachen). Die Architekten hatten einen geladenen Wettbewerb gewonnen, an dem auch Eller + Eller Architekten, Eike Becker Architekten, Sauerbruch Hutton, Hadi Teherani, KSP Jürgen Engel Architekten, Kleihues + Kleihues sowie Hascher Jehle Architekten teilgenommen haben.

Architekten und Investoren kommunizieren das Stadtregal als Stadtreparatur und Neuinterpretation der Berliner Gewerbehöfe. Nicht von der Straße, sondern über den begrünten Innenhof mit Verweilqualitäten, geplant von ST raum a. Landschaftsarchitektur (Berlin), werden alle Bürogeschosse erschlossen. Zwei Dachterrassen für 500 Personen soll es geben, Einzelhandel- und Gastronomieflächen im Erdgeschoss, darüber auf 15.300 Quadratmeter Büros. In der Tiefgarage sind 200 Fahrradstellplätze, Umkleideräume und Duschen geplant – im Berliner Kontext vielleicht die wichtigste Innovation. Für die Einfahrt entwickelt das Start-Up Green City Solutions derzeit eine Moosfassade, die Feinstaub binden und Frischluft bringen soll.

Im April 2019 will Pandion mit dem Bau beginnen, die Fertigstellung ist für 2021 geplant. Bis dahin dürfen die Künstler aufs Grundstück. Die Absolventen der Kunsthochschule Weissensee und der Photoschule Ostkreuz zeigen ihre Abschlussarbeiten, die KunstWerke Berlin zeigen Ausstellungen, im September wird der Art Prize 2018 verliehen. Für eine später folgende Entwicklung auf der Ostseite der Prinzenstraße will Pandion mit Eike Becker Architekten zusammenarbeiten. (fm)


Video:


ARCHlab-Interview mit Kilian Kada and Gerhard Wittfeld über die ADIDAS-Zentrale Herzogenaurach. ARCHlab ist eine Kooperation von BauNetz, Deutsches Architekturmuseum DAM, dem Goethe Institut und Prounen Film für Arte.

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Kommentare

7

Anwohnerin | 18.07.2018 12:52 Uhr

Goldene Türme

Ich bin sprachlos, wie wenig Architekturbüros auf den lokalen Kontext eingehen können; ohne nachts beim Schlafen ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Gute Nacht!

6

Patrick Eckmayer | 18.07.2018 11:21 Uhr

für undefinierte Flächen

braucht man keine Architekten.

Sieht nach einem perfekt geplanten Fassadendetail aus, wenn es denn so realisiert wird. Die Erschließung mit den Laubengängen hätte man sicher noch mit weiteren Stegen und vertikalen Gärten erweitern können, dann hätte man sich vielleicht ein Paar Aufzüge gespart und der Innenhof wäre spannender geworden.

Dass so ein goldenes Gebäude in Kreuzberg entstehen soll, macht mich traurig. Ich hoffe, die alternative Szene leistet Sprühdoseneinsatz, ansonsten nehme ich als Münchner das Gebäude gerne auf, hier fällt es nicht mehr auf!

5

guido Berlin | 17.07.2018 13:07 Uhr

Hilfe

Architekten sind die größten Angsthasen,

alle Flächen müssen determiniert sein,

nichts bleibt offen,


baut doch bitte nur noch für euch selbst,

4

Sixt | 17.07.2018 10:33 Uhr

Zukunft

Hauptsache immer maximal geleckt, garantiert spontanitätsfrei und nirgednwo läßt sich Grün so schön disziplinieren wie im Bonsai-Kübel.
Ein hundertprozent garantiert heringsfreies Leben, das Leben nach der Robbe, das macht schon verdammt einsam ...

3

fabrik3 | 16.07.2018 17:34 Uhr

schön ist auch,

dass in bild 3 der investor sich im lageplan nicht entscheiden kann ob jetzt getrunken oder gerungen wird oder ob alles gedrungen ist.

2

panzerkatz | 16.07.2018 16:02 Uhr

Robbensterben

Das Schlimme ist hier, dass die Robben nicht wirklich sterben, sondern zu Kapitalisten und Spekulanten metamorphieren.

1

franz K. | 16.07.2018 15:55 Uhr

sehr schön

da zahlt man gerne 25,-€/m² Miete

 
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