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24.08.2016

Unterirdisches Pantheon

Ideenwettbewerb für Poesie-Saal in Rom


Als symmetrischer Straßenbahn-Wendeplatz bietet diePiazza Galeno in Rom einen etwas ungewöhnlichen Anblick. Der relativ zentrale städtische Ort ist durch diese Verkehrssituation kaum zugänglich. Bee Breeders sahen hier Potential für einen Architekturwettbewerb. Das Bauwerk, die „Rome Concrete Poetry Hall“, sollte den bestehenden Verkehr in keiner Weise behindern oder überbauen. Das Raumprogramm müsste also unterirdisch untergebracht werden.

Die konsequenteste Umsetzung der Aufgabenstellung einer Architektur der negativen Volumen stammt von den Studenten Gino Baldi und Serena Comi vom Polytechnikum Mailand. Als „pure Subtraktion“ lobt die Jury die „Komposition reiner Raumtypologien: Wandelgang, Gewölbe, Kuppel“. Ähnlich auf grundlegende Architekturelemente reduzierte Projekte hatte der vom Kurator Rem Kohlhaas gewählte Titel „Fundamentals“ auf der Architektur-Biennale 2014 zusammengebracht. Ein beeindruckendes Modell zeigte ein Kunstzentrum am Rande eines Steinbruches von KAAN Architekten. Das Projekt Planta, bestehend aus Räumen, die sich in eine Auffüllung der abgebrochenen Landschaft eingraben, wird derzeit im spanischen Balaguer umgesetzt.

Die Mailänder Architekturstudenten hingegen nutzen das Prinzip der Subtraktion, um im dichten städtischen Kontext Roms ein „unterirdisches Pantheon“ zu schaffen: Eine kleine runde Öffnung im Boden ist die einzige Lichtquelle der Kuppel des „Poesie-Saals“. Der Kuppelsaal ist in einen Kubus eingeschrieben. So ergeben sich Resträume, die weitere Funktionen aufnehmen.

Das zweitplatzierte Projekt „nutzt die monolithischen Eigenschaften des Beton, um die archetypischen Formen der Kugel und der Spirale neu zu untersuchen“, erklärt die Jury. Der Entwurf des russischen Teams vom Project Institute ARENA referenziert Dantes Unterwelt – die Göttliche Komödie aus dem 14. Jahrhundert hat die italienische Schriftsprache begründet und gilt bis heute in der Weltliteratur als bedeutende Dichtung. Dort führt ein spiralförmiger Weg durch 7 Bußbezirke zum irdischen Paradies. Die Spirale des „Poesie-Saals“ schafft dessen konstruktive Struktur. Als Erschließung verbindet sie „labyrinthisch“ verschiedene räumliche Situationen, die „sich beim Hinabsteigen entfalten“.

Die Stadt Rom besteht aus einer Schichtung baulicher Zeugnisse verschiedene Epochen, die einen Rückblick auf Jahrtausende der Zivilisationsgeschichte ermöglichen. Eveline Lam und Dave Holborn von der Universität Waterloo, Kanada, übertrugen die Idee der Schichtung auf das Material und gewannen den dritten Preis. Historische Architekturformen aus dem städtischen Umfeld werden im Untergrund aus Schicht für Schicht gegossenem Beton hergestellt. Betonformen, die sich als „Narben in der Landschaft“ erheben, konzipierten die Architekten als Eingänge zu der Komposition verschieden qualifizierter Räume zum Zweck poetischer Vorträge.

Die internationalen Ausschreibungen der Architektur-Wettbewerb-Organisatoren Bee Breeders aus Hongkong sind unabhängig von fachlicher Qualifikation für jeden offen, der bereit ist die Teilnahmegebühr zu zahlen. In diesem Wettbewerb lag sie bei 120-140 US-Dollar. Insgesamt wurden 10.000 US-Dollar an die Preisträger vergeben. Viele Studenten-Teams nutzen die Möglichkeit ihre Fähigkeiten in den stimulierenden und teils provokanten (Cannabis-Bank) Ideenwettbewerben zu erproben. (dd)


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1. Preis: Gino Baldi und Serena Comi (Polytechnikum Mailand)

1. Preis: Gino Baldi und Serena Comi (Polytechnikum Mailand)

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1. Preis: Gino Baldi und Serena Comi (Polytechnikum Mailand)

2. Preis: Project Institute ARENA (Russland)

2. Preis: Project Institute ARENA (Russland)

3. Preis: Eveline Lam und Dave Holborn (Universität Waterloo)

3. Preis: Eveline Lam und Dave Holborn (Universität Waterloo)

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