Erweiterung fürs Jugendhaus
Hutta Architektur und Knüvener Architekturlandschaft in Köln
Seit über 50 Jahren engagiert sich der Verein miteinander leben e.V. in Köln für Inklusion und betreibt im Süden der Stadt verschiedene Einrichtungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit und ohne Behinderung. Dazu gehört auch das Jugendhaus Sürth im Stadtteil Rodenkirchen. Der schlichte Bestandsbau mit Satteldach wurde nun um einen eingeschossigen Pavillon ergänzt, zugleich wurden die Freiflächen barrierefrei umgestaltet. Die Planung übernahmen Hutta Architektur und Knüvener Architekturlandschaft (beide Köln).
Das Grundstück liegt zwischen dem Sürther Marktplatz und den Rheinauen. Als letzter Baukörper vor der Grünfläche am Wasser besetzt der Neubau die Ecke des Areals und schafft Raum für ein tagesstrukturierendes Angebot – insbesondere auch für die älter werdenden Menschen aus den inklusiven Wohngemeinschaften des Vereins.
Mit seiner hellen, graublau lasierten Holzfassade bleibt der eingeschossige Bau bewusst zurückhaltend. Den Eingang rahmen niedrige, teils gerundete Betonfertigteile, die auch als Sitzgelegenheiten dienen. Das Motiv setzt sich vor dem Bestandsgebäude fort: Unter einer alten Kastanie wird der Geländesprung durch eine an der Ecke abgerundete Sitztreppe übersetzt.
Seine besondere Qualität zeigt der Holzständerbau im Inneren. Auf 227 Quadratmetern Bruttogrundfläche entsteht statt einer klassischen Zimmerabfolge ein offener Grundriss mit unterschiedlich nutzbaren Bereichen. Weniger Wände als die Raumfigur selbst strukturieren den Pavillon: satteldachartige, gewölbte und flache Decken wechseln sich ab, freistehende Einbauten für Lager und Technik gliedern die Fläche zusätzlich. Küche, Sanitär- und Nebenräume sind kompakt an der nördlichen Stirnseite zusammengefasst.
Helle Brettsperrholzoberflächen verleihen den Räumen eine freundliche Atmosphäre. Rote Vorhänge – analog zu den Tür- und Fensterrahmen – ermöglichen es, einzelne Bereiche abzutrennen oder den Pavillon als zusammenhängenden Raum zu nutzen. Eine filigrane Pergola aus verzinktem Stahl verbindet Alt- und Neubau über einen gepflasterten Weg, für den das vorhandene Material wiederverwendet wurde, und schafft einen geschützten Übergang zwischen beiden Häusern. (gk)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Hutta Architektur
- Team Architektur:
- Johann Eckartz, Adrian Heints, Niklas Thelen, Wolfgang Zeh
- Landschaftsarchitektur:
- Knüvener Architekturlandschaft
- Bauherrschaft:
- miteinander leben e.V.
- Fläche:
- 227 m² Bruttogrundfläche
Hutta Architektur wurde 2025 von Johann Eckartz und Wolfgang Zeh gegründet und ging aus dem Büro Wolfgang Zeh hervor.



