Cluster in der Gefahrenzone
Highschool in Malibu von Koning Eizenberg und NAC
Das Woolsey Fire wütete im Jahr 2018 in den Hügeln über und am Rand von Malibu im Nordwesten von Los Angeles. Es gilt als „Prototyp“ jener Brandkatastrophen, wie sie die Region seit einigen Jahren in wachsender Regelmäßigkeit treffen. Durch den Klimawandel verschieben sich die feuchten Wintertage Richtung Dezember, weshalb die berüchtigten Santa-Ana-Winde nun zu einem Zeitpunkt auftreten, an dem die Vegetation nach einem langen Sommer noch staubtrocken ist. Ein Funke reicht, und die resultierenden Feuer werden quasi per Heißluftfön durch die Canyons getrieben. Im November 2018 hätte es auch fast den Campus der öffentlichen Malibu Highschool erwischt. Im Rahmen eines Neubaus der Schule stand das Thema Waldbrand-Sicherheit deshalb ganz oben auf der Liste. Das Projekt wurde von Koning Eizenberg Architecture (Santa Monica) und NAC Architecture (Los Angeles) umgesetzt.
Das Gebäude entstand anstelle einer Grundschule im Rahmen einer mehrjährigen Transformation des Schulstandorts, der sich nur wenige hundert Meter vom Pazifik entfernt leicht erhöht über der Küste erstreckt. Es besteht aus zwei kompakten Trakten, die durch einen schmalen Zwischenbau verbunden sind. Zu sehen ist kein eindeutig abgeschlossenes Volumen, sondern eine vielgliedrige Struktur, bei der sich Innen- und Außenräume durchdringen. Eine weitauskragende Dachstruktur mit Photovoltaik-Paneelen sorgt umlaufend für Schatten. Die rund 530 Schüler*innen können das 7.500 Quadratmeter große Gebäude von mehreren Seiten aus relativ unhierarchisch betreten – je nachdem, ob sie mit dem eigenen Auto unterwegs sind, mit dem Bus zu Schule kommen oder von den Eltern gebracht werden.
Im Inneren ist die Schule clusterähnlich als dezentrale Lernlandschaft organisiert. Spezifische Fachräume werden hierbei mit allgemeinen Seminarräumen kombiniert und durch eine frei nutzbare, teils doppelgeschossige Arbeits- und Freizeitzone verbunden. Geboten wird ein breites Spektrum an Raumformaten bis hin zu Freiluftklassenzimmern. Auch die Verwaltung und diverse Räume des Lehrpersonals wurden über die gesamte Fläche des Gebäudes verteilt. Die Materialisierung der Schule in Beton und Stahl hat dabei einen fast schon provisorischen Charakter, der an eine transformierte Lagerhalle denken lässt.
Das Brandschutzkonzept der Schule wurde in enger Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr entwickelt. Neben nichtbrennbaren Materialien lag ein besonderer Fokus auf einer angepassten Landschaftsarchitektur mit breiten Pufferzonen, windbrechenden Elementen und einer schwer entflammbaren Vegetation. Das Ergebnis ist eine Schule, die sich auch als Waldbrand-Schutzraum für die umliegenden Nachbarschaften eignet. (sb)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Koning Eizenberg Architecture und NAC Architecture
- Auftraggeber:
- Santa Monica-Malibu Unified School District
- Fläche:
- 7.430 m²







