Ziegel zwischen Feld und Meer
Haus an der Ostsee von A.ONE Studio
Das Bauen in unmittelbarer Küstennähe ist in Deutschland stark reglementiert. Kein Wunder, dass nur wenige Vorhaben dieser Art umgesetzt werden. Dem Büro A.ONE Studio aus Hamburg ist nun eine in diesem Sinne außergewöhnliche Setzung gelungen. In einem kleinen Ort am Rand der Holsteinischen Schweiz, zwischen Fehmarn und Travemünde gelegen, entstand für einen privaten Bauherrn eine Villa mit freiem Blick auf die Ostsee.
Es mag die Weite der Landschaft sein, aber der zweigeschossige Neubau mit immerhin 740 Quadratmetern Bruttogrundfläche wirkt kompakter, als es die bloße Zahl vermuten ließe. Die Architekt*innen zeichnen ein liegendes Format mit einem keilförmigen Erdgeschossgrundriss, dem zwei quadratische Volumen aufgesetzt sind. Zur Straße ebenso wie zum Meer kragen diese Baukörper etwas aus, sodass überdachte Außenbereiche entstehen. Zwischen ihnen findet eine geschützte Dachterrasse Platz. Ein Technikgebäude und eine Garage flankieren das Wohngebäude.
Der Zugang zum Haus liegt mittig im Grundriss hinter Filtermauerwerk. Nach dem Betreten öffnet sich der Raum mit großen Fensterflächen unmittelbar zum Meer. Was durch die beiden distinkten Baukörper im Obergeschoss angedeutet wird, ist auch im Grundriss vollzogen: Dank separater Erschließungstreppen kann das Haus effektiv in zwei unabhängige Bereiche unterteilt werden. Aktuell liegt rechterhand ein Wohnbereich mit Kamin und Küche. Über eine Wendeltreppe gelangt man von hier ins Obergeschoss mit Elternschlafzimmer samt Fitness- und Wellness-Zone. Der linke Abschnitt bietet im Erdgeschoss Platz zum Arbeiten, Raum für Gäste und darüber Kinderzimmer.
Außen prägen längliche Petersen Tegl-Ziegel das Bild. Sie werden sowohl liegend als auch stehend eingesetzt, was der Hülle eine subtile Gliederung verleiht. Es handelt sich um Vollformate und Riemchen, letztere insbesondere im Bereich der Auskragungen. Im Inneren überwiegt hingegen feiner Sichtbeton, der das Haus auch konstruktiv bestimmt. Fugenlose Gussböden und Einbauten aus Holz ergänzen den gediegenen Charakter der Räume. (sb)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- A.ONE Studio
- Weitere Planungbeteiligte:
- Grube Ingenieurteam (Statik), 4moreplan (Haustechnik), Klees (Elektroplanung), Qintus Ingenieurhaus (Brandschutz & Bauphysik)
- Bauherrschaft:
- Privat
- Fläche:
- 740 m² Bruttogrundfläche










Also mir tut es weh, so etwas anzusehen.
Und dekadent ist es auch noch.