Re-Use in Riad
Hadid-Bibliothek wird Museum
Im Norden von Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens, kurz vor dem Flughafen, steht seit 2017 das King Abdullah Petroleum Studies and Research Center, kurz: KAPSARC. Hier befasst sich eine Stiftung des Staates mit rund 2.000 Mitarbeitenden mit dem Umbau von Saudi-Arabiens Energie- und Ölsektor hin zu einer postfossilen Nachhaltigkeit.
Die Entwürfe für den spektakulären Neubau aus dem Jahr 2017 stammen von Zaha Hadid Architects (London). Der Komplex besteht aus mehreren polygonalen, wie Zellen um Höfe gewachsenen Gebäudeteilen. Auf insgesamt 70.000 Quadratmetern Geschossfläche verteilen sich mehrere Forschungs-Institute, ein Konferenzzentrum, Ausstellungsbereiche sowie eine Bibliothek. Diese Bibliothek hat sich mit 6.400 Quadratmetern inzwischen offenbar als zu groß herausgestellt. Zumindest wurde sie jetzt nach Plänen von DaeWha Kang Design (London) zum Black Gold Museum umgebaut.
Stolz verkündet die Presse-Erklärung, ein Neubau sei nicht nötig gewesen. Stattdessen habe man für den Umbau zum Museum nur 440 Quadratmeter an neuen Erschließungsflächen hinzufügen müssen. Durch diese „minimale Intervention“ habe man 14 Ausstellungsräume auf vier Etagen mit museumsgerechter Beleuchtung, Backstage-Bereichen und einer neuen Klimatechnik zum Schutz der etwa 350 Kunstwerke gewonnen.
In das große Atrium wurde eine Spiraltreppe neu eingefügt. Sie soll die Besucherführung durch die vier Themenbereiche des Museums unterstützen. Erzählt wird darin vom Schwarzen Gold, dem Erdöl, und wie es die Entwicklung der Gesellschaften weltweit geprägt hat. Dies geschieht durch historische Dokumente und Fotografien, vor allem aber durch 350 Kunstwerke, mit denen die Geschichte des Erdöls in eine „künstlerische, kulturelle und menschliche“ Perspektive gebracht wird. Zu den beteiligten Künstler*innen zählen zum Beispiel Ahmed Mater, Ayman Zedani, Doug Aitken, Jimmie Durham und Dennis Hopper.
In die Ausstellungsarchitektur seien Inspirationen aus den saudi-arabischen Landschaften ebenso eingeflossen wie Referenzen an Hadids Architektursprache, sagt der Architekt DaeWha Kang, der selbst über zehn Jahre bei Hadid arbeitete, bevor er 2014 sein eigenes Büro gründete. „Unser Ziel war es, der bestehenden Geometrie Klarheit und Rhythmus zu verleihen und eine Abfolge von Räumen zu schaffen, die die Besucher intuitiv leitet und gleichzeitig jeder Galerie eine eigene Identität gibt.“ Das Black Gold Museum eröffnete am 7. April 2026.
Der Rest des KAPSARC-Campus ist übrigens weiterhin ein Forschungszentrum, das mit dem Museum nun einen öffentlich zugänglichen Bereich erhalten hat. Dieser erscheint zugleich als Verweis auf das nächste große öffentlich zugängige Projekt in Riad: Nördlich vom Campus sollen bald die Bauarbeiten für die Expo 2030 beginnen. Auch die wird sich für eine postfossile Zukunft interessieren. (fh)
- Architektur:
- Zaha Hadid Architects
- Interior Design und Umbau:
- DaeWha Kang Design
- Bauherrschaft:
- King Abdullah Petroleum Studies and Research Campus KAPSARC
- Fläche:
- 6.800 m² Gross Floor Area