Ein Dhow zum Kicken
Stadion in Katar von Zaha Hadid Architects
Es könnte eine monumentale Muschel sein oder eine riesige Düne. Jedenfalls führt die ozeanomorphe Erscheinung des Bauwerks erst einmal weg vom Fußball. Für den Mannschaftssport wurde es jedoch gebaut. Am 16. Mai 2019 fand im Al Janoub Stadion in der Stadt Al Wakrah das Finale der Qatar Stars Nationalliga statt – damit war es eingeweiht. Während der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar wird der von Zaha Hadid Architects (London) geplante Bau Austragungsort der Gruppen- und Viertelfinalspiele sein.
Al Wakrah ist eine Küstenstadt 23 Kilometer südlich der Haupststadt Doha. Zaha Hadid Architects ließen den Ort, seine maritime Tradition und Kulturgeschichte unverkennbar in die Gestaltung einfließen. Muschelformen, Wölbungen wie bei einem Segel oder ein Gitter-Siebdruck an der Fassade mit Anleihen aus der Kalligrafie sind Anspielungen auf den Standort am Persischen Golf. Das traditionelle Fischerboot der Region, das Dhow, findet sich zudem in der Konstruktionsweise der Rippen der oberen Stadionwände wieder. Die helle Metallfassade wiederum soll an die Faltenbildung der Segel erinnern. Sie neigt sich nach außen und verjüngt sich in der Höhe als pustete ein Wind durch ein Segel. Das Dach, dessen filigrane Seilkonstruktion Schlaich Bergermann Partner (Berlin) konzipierten, ist schließbar.
Für die Weltmeisterschaft 2022 planten ZHA gemeinsam mit den Ingenieuren von Aecom eine Kapazität von 40.000 Sitzplätzen. Nachher soll die Hälfte davon in Entwicklungsländer transportiert werden können, so der Plan von ZHA. Das Londoner Büro bettete den gewölbten Bau in eine Grünanlage ein und platzierte ihn auf einer breiten Erhöhung. In dieses landschaftliche Podest arbeiteten sie rund um das Stadion parabolische Hohlräume ein. Im Osten dient einer als Erschließungsweg, im Norden bietet ein anderer Platz für einen Markt, im südlichen Hohlraum liegt ein Sportpark. (sj)
Fotos: Hufton + Crow
Insofern ist der Kommentar Nr. 2 schon richtig: Nach getaner Arbeit ist gut ruhen... auch unterirdisch...
Eigenartige Form! Die Ausführung der Träger!? Man merkt einfach, dass hier keine Fußball "Fans", Sport interessiere als Entwerfer am Werk waren, die wissen wie Atmosphäre im Stadion entsteht. Wie liest bzw. erkennt man ein Stadion von außen!? Was ist notwendig für die Stimmung, für die Fan-Kultur!? Die haben vermutlich auch nie in ihrem Leben ein Fußballspiel im Stadion besucht. Dabei gibt u. a. in Europa so spannende Stadienbauten, ja regelrechte Fußballtempel! Fehlt mir hier leider total. Un im Lageplan sieht doch eindeutig ein Körperteil einer Frau...
die vergleiche sind schon sehr weit hergeholt. in doha heisst das ding ganz anders, ich sag aber nicht wie.....
...und mit Reizunterwäsche unternimmt er den Versuch die Blicke auf sich zu lenken - das ist das Gegenteil von nachhaltig.