Recycling total
Experimentalhaus in Hannover von Cityförster
Es ist ein Neubau mit Vorgeschichte, das wird bei der unterhaltsamen Lektüre der äußerst detaillierten Baubeschreibung deutlich. Beim 2019 im Hannoveraner Stadtteil Kronsberg fertiggestellten Experimentalhaus stammt ein Großteil der Materialen aus Bestandsgebäuden. Das Profilglas der Fassade zierte beispielsweise einst eine alte Lackiererei, die Treppenstufen waren früher Auflagerkonsolen bei einem Haus der Jugend und die Verlattung der Garage besteht aus den alten Saunabänken eines Sportcenters. Cityförster, die selbst auch ein Büro in Hannover unterhalten, haben das Bauvorhaben im Auftrag und in enger Zusammenarbeit mit dem Wohnungs- und Bauunternehmen Gundlach umgesetzt. Viele der gebrauchten Materialien stammen aus laufenden Projekten der Firma.
Ziel des Experimentalhauses, das vom Institut für Bauforschung begleitet wurde, war eine radikale Reduktion des Energieeinsatzes. Dabei ging es weniger um eine beliebig oft reproduzierbare Lösung als um das prototypische Erkunden der Möglichkeiten und Potenziale verschiedener Arten von Recycling. Neben strukturellen Bauteilen wie der Fassade oder einer Gründung aus – in Niedersachsen erstmalig zugelassenem – Recyclingbeton setzt sich dies auch im Innenausbau und bei vielen Detaillösungen fort. Kronkorken als Mosaikfliesen mögen vielleicht nicht jedermanns Geschmack sein, aber sie demonstrieren sehr gut die Konsequenz, mit der hier geplant wurde. Hinzu kommen weitere Baustoffe wie Schaumglasschotter und eine Dämmung aus alten Jutesäcken, die in industriellen Recyclingprozessen hergestellt wurden.
Konstruktiv besteht das Einfamilienhaus aus leimfreien Massivholzelementen. Zwar handelt es sich bei diesen um neue Bauteile, die aber selbst später problemlos recycelt werden können. Im Inneren fanden ansonsten noch alte Backsteine sowie Einbauten aus gebrauchten Messebauplatten Verwendung. Einige Bauernhaustüren sorgen außerdem für Vintage-Chic. Wichtig ist den Projektbeteiligten, dass trotz der offensichtlich ziemlich heterogenen Materialmischung der KfW-55-Standard erreicht wurde. In energetischer Hinsicht kommt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit solarthermischer Unterstützung fürs warme Wasser und einer kontrollierten Lüftung samt Wärmerückgewinnung zum Einsatz. Das Haus wurde bereits beim Deutschen Fassadenpreis und beim Bundespreis Umwelt und Bauen prämiert. (sb)
Fotos: Olaf Mahlstedt, Gundlach
bei einem einzelnen Projekt ist der Aufwand an Transporten, Logistik, wer arbeitet es auf etc. sicher erheblich. sobald es aber einen "Fundus" an Material (was es heute leider erst für Backsteine etc oder alte Balken gibt...) kann das durchaus eine Alternative sein. Man muss halt mal anfangen....
Tun Sie uns doch den Gefallen und erläutern ihre Aussage "Verschwendung" und "riesen Aufwand" usw mit Fakten. Außer Sarkasmus und der üblichen Rückwärtsgewandten inhaltslosen Rhetorik lässt ihr "Beitrag" nicht viel erkennen. Außer ihren Charakter vielleicht, wie die armseligen und zynischen Greta Sticheleien zeigen. Angst vor kleinen Mädchen?
...Verschwendung unter dem Deckmantel der Nachhaltigkeit ...aber cooler PR -Stunt - Congrats in die City!