Leichtes Textil in Clermont-Ferrand
Erweiterung eines Programmkinos von FAB und Unes
Programmkinos erwartet man eigentlich im urbanen Umfeld. Beim Cinéma Le Rio in Clermont-Ferrand ist das anders. Das engagierte Haus liegt in einem generischen Wohnviertel im Nordosten der zentralfranzösischen Stadt, zwischen Ein- und Mehrfamilienhäusern.
Die Lage hat dem Erfolg des Kinos jedoch keinen Abbruch getan. Gegründet im Jahr 1962 ist Le Rio ein sogenanntes Art-et-Essai-Kino. Anspruchsvolle Filme, Diskussionsveranstaltungen und ein Kinderprogramm in den Schulferien zeichnen das vereinsgetragene, kleine Kino aus.
Klein und fein wie das Programm ist auch der Umbau, den die beiden in Lyon ansässigen Büros FAB Architectes und Unes Architectes im letzten Jahr abschließen konnten. 400 Quadratmeter Fläche wurden bearbeitet, 720.000 Euro (netto) standen dafür als Budget zur Verfügung, schreiben die Architekt*innen. Als Bauherrschaft fungierte der Verein Association Les Amis du Rio.
Nicht das perfekte Detail war hier ausschlaggebend, sondern eine neue Präsenz des Kinos im Quartier und mehr Flächen für die Menschen vor Ort. In diesem Sinne betonen die Architekt*innen, dass es ihnen darum ging, einen Ort des Austausches und sozialen Miteinanders zu schaffen. Deshalb wurde vor allem der Eingangsbereich erweitert und neu gestaltet. Auch ein kleiner Hof seitlich des Kinosaals wurde aktiviert und lädt nun dazu ein, nach der Vorstellung noch auf ein Getränk zu bleiben.
Erweitert hat sich der Bestand vor allem zur Straße hin. FAB und Unes arbeiteten hier mit rauen Betonelementen sowie einem ungewöhnlich inszenierten Sonnenschutz aus grauem Textil, der hoffentlich angemessen altert. Im besten fall lädt die Raumschicht zwischen Kinofoyer und Straße dazu ein, die Nachbarschaft ein gutes Stück weit neu zu beleben. (gh)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- FAB Architectes, Unes Architectes
- Bauherrschaft:
- Association Les Amis du Rio
- Fläche:
- 400 m²
- Baukosten:
- 720.000 € netto
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