Abseits des Rasens
15 Projekte zur Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko
Heute beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft der Herren 2026 in den USA, Kanada und Mexiko. Ein gewöhnliches Mega-Event auszurichten, wäre im Selbstverständnis der USA unter Präsident Donald Trump wohl nur ein besserer Kindergeburtstag. Wie passend also, dass die FIFA die 23. Ausgabe dieses Turniers mit 48 teilnehmenden Nationen zur größten WM der Geschichte gemacht hat.
So richtig Stimmung will aber nicht aufkommen. Was nicht nur daran liegt, dass Fußball in den USA tatsächlich eine Nebensache ist, als vielmehr an politischen Konflikten und Kritikpunkten an der Organisation. Krieg zwischen einer Gastgeber- und Teilnehmernation, verwehrte Einreisen für Spieler, Schiedsrichter wie Fans, horrende Ticket- und Flugpreise.
„Mega“ ist das alles nicht. Ganz im Gegensatz zu den Emissionen an CO2-Äquivalenten, die es geben wird. Unabhängige Schätzungen gehen von rund neun Millionen Tonnen aus, etwa doppelt so viel bei der WM 2022 in Katar. Zwar musste man kein einziges neues Stadion bauen. Während die Spielstätten in Katar teils direkt per U-Bahn verbunden waren, muss beispielsweise Bosnien-Herzegowina allein in der Vorrunde über 5.000 Kilometer Flugstrecke bewältigen.
Wer zu den Glücklichen zählt, sich Tickets leisten zu können, den erwarten immerhin bemerkenswerte Arenen. Ein paar Highlights: Das Stadion in Guadalajara ist in einen Hügel eingebettet; im Stadion von Boston steht ein Leuchtturm und das Dach des Lumen Field in Seattle (die US-amerikanischen Stadien dienen sonst dem Football) vervielfältigt den Lärm der Fans so stark, dass der Jubel über Touchdowns schon so manches Mal die Seismografen ausschlagen ließ.
Doch die Austragungsorte sind auch jenseits des Rasens einen architektonischen Blick wert. Wir haben je einen Appetizer pro Stadt herausgepickt und sie entsprechend dem Turnierverlauf sortiert – Eröffnung in Mexiko-Stadt, Finale in New York City. Gerade diese beiden Orte geben reichlich her.
Aus Kansas City hatten wir in den BauNetz Meldungen seit fast zwanzig Jahren nichts Herausragendes. Sollten Sie also für Österreich gegen Algerien vor Ort sein oder das dortige Viertelfinalspiel gebucht haben, geben Sie uns bitte gerne Bescheid: Herrscht seit Helmut Jahn, Moshe Safdie und Steven Holl einfach Mittelmaß. Oder ging uns etwas Wichtiges durch die Lappen? (mh)
Teaser: Sanierung der Space Needle in Seattle von Olson Kundig. Foto: Hufton + Crow














