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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Deutscher_Pavillon_fuer_Dubai_vorgestellt_5486427.html

05.09.2018

World Expo-Projekt von LAVA

Deutscher Pavillon für Dubai vorgestellt


Die World Expo 2020 in Dubai hat nicht nur einen stattlichen Maßstab, sondern auch einen beeindruckenden zeitlichen Horizont. Bereits 2013 wurde der Entwurf von HOK für das Oberthema „Connecting Minds, Creating the Future“ vorgestellt. Und 2016 folgten dann die großen Themenpavillons von Foster, BIG und Grimshaw. Nun wurde in Köln der Deutsche Pavillon präsentiert, der von LAVA (Stuttgart, Berlin) gestaltet wird. Der Fokus liegt auf Nachhaltigkeit, der Name lautet Campus Germany und Besucher müssen sich am Eingang immatrikulieren – bleibt zu hoffen, dass das Resultat unter diesen Voraussetzungen nicht etwas oberlehrerhaft daherkommt.

Zumindest die Architektur des insgesamt 50 Millionen Euro teuren Projekts ist immerhin vergleichsweise zurückhaltend für ein solches Vorhaben, das ja auch nationalen Repräsentationsbedürfnissen genügen muss. LAVA konnte sich als Teil des Teams um die Kölner Agentur facts and fiction und den Schweizer Bauunternehmer Adunic in einem öffentlichen Verfahren durchsetzen. Zu sehen ist ein „vertikaler Campus“, der verschieden große Volumen unter einem offenen Dach zusammenfasst – eine räumliche Lösung, die laut der Architekten auch für Föderalismus stehe. Das Ergebnis wirkt erstaunlich improvisiert, aber das passt ja ganz gut zur Zukunft im Titel der Expo, die vermutlich alles andere als glatt verlaufen wird.

Inhaltlich beziehen sich facts and fiction auf das Konzept des Anthropozän, das hier jedoch programmatisch gewendet werden soll. Kreativdirektor Andreas Horbelt: „In Dubai wollen wir zeigen, dass der Mensch nicht nur zerstörerisch auf den Planeten wirkt, sondern auch Fähigkeiten hat, dank seiner Intelligenz und Kreativität die Entwicklung wieder ins Positive zu drehen.“ Im Schnelldurchlauf verwandeln sich die Besucher dabei zunächst in Fachleute und Spezialisten, dann Experten und schließlich Koryphäen. Die Ausstellung reagiert dabei flexibel auf einzelne Besucher, was mittels eines Namensschildchens geregelt wird.

Im Masterplan befindet sich der Pavillon in der Expo-Zone „Sustainability“, was ein inhaltliches Dauerfeuer mit der ja auch in der Ausstellung behandelten Thematik nahelegt. Deutschland gibt sich darum bewusst niederschwellig und lustbetont, wie die „Welcome Hall“ im Erdgeschoss beweist: Dort erwartet alle „Studenten“ im Rahmen des Ausstellungsteils „Deutschland in Zahlen“ ein riesiges Bällebad, aus dem man vermutlich nie wieder abgeholt werden möchte. (sb)


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Zu den Baunetz Architekten:

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