Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg
David Chipperfield Architects planen Grundinstandsetzung
Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg gilt als größtes kulturgeschichtliches Museum im deutschsprachigen Raum. Sammlung und Ausstellungstätigkeit reichen von der Frühzeit bis in die Gegenwart. Vielfältig wie das Sammlungsprofil ist auch die Baugeschichte der 1852 gegründeten Institution, die sich um ein mittelalterliches Kartäuserkloster herum entwickelte.
Wichtige Teile des Museums plante Sep Ruf sukzessive in der Nachkriegszeit, darunter den Südflügel des Klosterhofs (1963–68). Dieser sogenannte Südbau sowie der daran anschließende, um 1900 durch Gustav von Bezold errichtete Südwestbau sollen in den kommenden Jahren grundinstand gesetzt werden. Den Auftrag dafür erhielt das Berliner Büro David Chipperfield Architects (DCA) im Rahmen eines öffentlichen Vergabeverfahrens. Ihre Planung stellten die Architekten kürzlich der Öffentlichkeit vor.
Sowohl technische Ausstattung als auch museale Präsentation sollen auf den Stand der Zeit gebracht werden. Dazu gehören unter anderem neue, lichtfilternde und isolierende Scheiben für die riesigen Glasfassaden des Südbaus. Für die neue Ausstellungsplanung werden Atelier Brückner (Stuttgart) und neo.studio neumann schneider architekten (Berlin) verantwortlich zeichnen. Wichtig ist auch eine Verbesserung der Erschließung. Das alles natürlich unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten und weitgehendem Substanzerhalt.
Große Teile der notwendigen Maßnahmen werden später nicht sichtbar sein. Um so markanter ist die zentrale bauliche Ergänzung im Rahmen der Grundinstandsetzung. Die Architekt*innen werden nämlich den südlichen Kreuzgangflügel im Klosterhof wiederherstellen. Er wird gut zehn Meter vor den verglasten Südbau von Sep Ruf gesetzt. Die Visualisierung zeigt einen schlichten eingeschossigen Riegel mit Spitzbogenfenstern. Vor dem Hintergrund der vielen überzeugenden Sanierungsprojekte von DCA – allen voran die 2021 abgeschlossene Sanierung der Neuen Nationalgalerie Ludwig Mies van der Rohes am Berliner Kulturforum – dürfte auch in Nürnberg die Kombination von alt und neu vermutlich bestens gelingen.
Die Planungen des nun vorgestellten, 9.650 Quadratmeter Bruttogrundfläche umfassenden Projekts laufen bereits seit 2021. Die Wiedereröffnung der beiden Bauten ist für 2030 geplant. 67 Millionen Euro sind für die Sanierungsmaßnahmen aktuell angesetzt. (gh)
Vor knapp einem Jahr erhielt Bürogründer David Chipperfield den Pritzker-Preis. Zum 70. Geburtstag Chipperfields im Dezember zeigten wir 18 Projekte aus den letzten Jahren.
Vermutlich wäre die Lösung komplexer und vielleicht weniger eine historistische Falle... Und ein Wettbewerbsverfahren angemessener bei der Suche nach der passenden architektonischen Lösung. "Einfach" ist leider nicht immer gut: Die Kollision von "Moderne" und potemkinscher (Backstein-?-) Gotik-Fassade mit Standard-Fenstern und Rippendecke ist eine gute Illustration für den Konflikt (Bild 2). Die Plausibilität des DCA-Entwurfs ist meines Erachtens leider nur eine scheinbare, auch wenn das Weiterstricken des Kreuzgang-Fragments im Grundriss auf den ersten Blick logisch erscheint. Und bitte: wenn schon Neo-Gotik, dann auch räumlich mit einem tragenden Kreuzgratgewölbe.
2. Arch.- Kammern und Berufsverbände als "pressure group" haben bei Aufstellung und Abfassung der o.g. Regeln versagt, vgl. hierzu andere in Kammern organisierte Berufsgruppen 3. BDA ist ein Zusammenschluss überwiegend älterer Herrschaften, der gerne geschlossene Grillabende veranstaltet, "#" kennt das 4. Germ. Museum als Anfänger- muss das sein? es gäbe für den Start zahlreiche Projekte auf dem Sektor KITA, Schulen, Mensa, alles Sachen mit überschaubarem Horizont. 5. jedoch: siehe 1. mit 3
Ich finde auch Chipperfield als internationales Feigenblatt für Historisches ist inzwischen auch nicht mehr originell und reiht sich in die verheerende Vergabepraxis des Staates ein, sich hinter klingenden Namen von teilweise untoten Megabürostrukturen aus der Vergangenheit zu verstecken. Zukunft sieht anders aus.
Danke fürs aufklären.