Zentrum für Kunst und Urbanistik in Berlin
DAM Preis 2026 für Peter Grundmann Architektur
Der DAM Preis 2026 geht an Peter Grundmann Architektur (Berlin) für die Erweiterung des Zentrums für Kunst und Urbanistik ZK/U in Berlin-Moabit. Das hat das Deutsche Architekturmuseum in Frankfurt am Main heute Mittag bekanntgegeben. Eine mutige Entscheidung, denn die Erweiterung eines ehemaligen Güterbahnhofgebäudes hinterfragt so manche Prämisse des hiesigen Bauens und beweist, dass mit überschaubarem Budget offene und flexible Räume für Kunst und Kultur entstehen können.
Mit der Ehrung wählte die Jury unter Vorsitz der Leipziger Architektin Aline Hielscher aus den fünf Finalisten ein programmatisches Umbau- und Erweiterungsprojekt. Das scheinbar Unfertige und robust Spielerische der Architektur ist dabei mindestens ebenso wichtig wie Grundmanns radikales Weiterdenken der Stahl-Glas-Ästhetik der Moderne in ihren technischen Ausprägungen. Passend dazu spielt eine gewisse Eigenleistung auf der Baustelle für den gelernten Schiffsbauer Grundmann – der insbesondere mit experimentellen Einfamilienhäusern bekannt geworden ist – auch bei einem Projekt dieser Größe noch eine Rolle. Das konstatiert die Jury insbesondere hinsichtlich der komplexen Fassadenanschlüsse von Bestand und Neubau.
Seit 2012 sitzt das Zentrum für Kunst und Urbanistik ZK/U etwas abseits des Hauptstadttrubels im Norden Moabits, mit großstädtischem Blick auf Westhafen und Bahntrassen. Neben dem ehemaligen Bahnhofsbau bespielt der Träger KUNSTrePUBLIK e.V. auf angenehm unprätentiöse Weise auch die Freiflächen rund um das Haus mit künstlerischen Formaten und Nachbarschaftsaktionen.
Verliehen wird der Preis heute Abend um 19 Uhr im DAM im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung aller 21 Bauten, die es dieses Jahr auf die Shortlist geschafft haben – plus zweier Bauten deutscher Architekt*innen im Ausland. Die Shortlist war aus über 100 Nominierungen ausgewählt worden, die wiederum auf Empfehlungen eines Fachbeirats sowie mehrerer Länderkammern basierten.
Zum Preis erscheinen wie üblich zwei Publikationen im Berliner Verlag DOM publishers. Der kompakte Architekturführer Deutschland 2026 stellt alle nominierten Bauten vor. Die Bauten der Shortlist werden ausführlich im großformatigen Deutschen Architektur Jahrbuch 2026 zusammenfasst.
Auch im vergangenen Jahr ging der DAM Preis nach Berlin. AFF Architekten (Berlin) erhielten ihn für ihr Spore Haus in Neukölln. 2024 wurde das Studierendenhaus der TU Braunschweig von Gustav Düsing und Max Hacke (beide Berlin) ausgezeichnet, 2023 die Erweiterung des Landratsamts in Starnberg durch Auer Weber (Stuttgart/München).
Der Preis wird seit 2007 vergeben, dieses Jahr bereits zum zehnten Mal in enger Kooperation mit der Firma JUNG. Der Umbau der JUNG Gründervilla in Schalksmühle – die Teil der diesjährigen Preisrunde hätte sein können – wird außer Konkurrenz in der Ausstellung und im Jahrbuch gezeigt. (gh)
Eröffnung und Preisverleihung: Freitag, 30. Januar 2026, 19 Uhr
Ausstellung: 31. Januar bis 10. Mai 2026
Ort: Deutsches Architekturmuseum, Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt am Main
dam-preis.de
BauNetz WOCHE #107 „Gipsmassaker“ widmete sich auf eigenwillig dramaturgische Art der Arbeit von Grundmann und seiner Heimatstadt Waren an der Müritz. Die Ausgabe erschien im Januar 2009.




Das brauchen wir, jenseits von dem aalglatten Prestigegehampel, dem sich so manche unserer Kollegen nur zu gerne hingeben. OK, auch manchmal schön, richtig auf dicke Hose zu machen, sei es Blattgold oder Biomorph, was so das Investorenherz erfreut. Aber das hier zeugt von Berufsethos, Wahrhaftigkeit, dem Einfühlen in die Notwendigkeiten und wahrer Lebenshilfe. Meine Meinung. Danke!