Einfach gut weitermachen
Erweiterung des Landratsamtes Starnberg von Auer Weber
Vor 35 Jahren wurde nach Plänen von Auer Weber Architekten (München, Stuttgart) das Landratsamt in Starnberg am gleichnamigen See südlich von München errichtet, das bereits kurz nach Fertigstellung viel Anerkennung erntete. Nun ergänzte das Büro im Zuge einer notwendigen Kapazitätserweiterung die flächig organisierte Struktur um Neubautrakte. Der Clou des Projekts: Die Erweiterung orientiert sich äußerlich stark am Bestand und geht innen scheinbar nahtlos in diesen über.
Den Behördenbau von 1987 würdigte die Jury des BDA im Zuge der Verleihung des Deutschen Architekturpreises 1989 als „architektonischen Ausdruck demokratischen Bauens“. Fassadenbild, Grundriss und das offene, einladende Konzept würden einen neuen Ansatz in der Kommunikation von Stadtverwaltung und Bürgern widerspiegeln. Das Gebäude aus Holz, Stahl und Beton wurde in modularer Bauweise errichtet. Eingebettet in eine Parkanlage unweit des nördlichen Seeufers, stellen Kanäle und Becken in unmittelbarer Gebäudenähe den Bezug zum Wasser her. Fließende Übergänge zu Außen- und Naturraum wurden zur gestalterischen Prämisse.
Der Zuwachs an Mitarbeiter*innen führte nun zur Erweiterung um Büroflächen für 160 neue Arbeitsplätze sowie Besprechungs- und Sozialräumen. Während sich der Anbau gestalterisch dem Bestand angleicht, galt es, höhere statische, energetische und brandschutztechnische Anforderungen zu erfüllen. Der Neubau hat eine hochgedämmte Fassade mit Dreifachverglasung. Eine Grundwasser-Wärmepumpe, Photovoltaik und Bauteilaktivierung sorgen für die nötige Energiegewinnung und effizienten Betrieb. Die ebenfalls in Modulbauweise errichtete Ergänzung erlaubt eine flexible Einteilung der Büroräume. Die Erweiterung bietet vier neue Flügel, die von einem zentralen, lichtdurchfluteten Atrium aus erschlossen werden. (sab)
Fotos: Aldo Amoretti
Und gutes weiterzubauen tut not - statt unbedingt die nächste verquere Duftmarke zu setzen.
Im Landratsamt Starnberg staatlichen Repräsentationskult zu sehen und in der Luxuswohnung im Frankfurter Ostend ein menschenunwürdiges Wohnghetto...na prima... muß man erstmal draufkommen....
Hier beim Landratsamt in Starnberg sehe ich durchgehende Zweistöckigkeit, großzügige Innenhöfe mit viel Freiraum, Grün und Teichanlagen außen sowie in Luftigkeit schwelgende Foyers und Treppenhäuser im Inneren. Dort halten sichlediglich acht Stunden am Tag Menschen auf, am Samstag und Sonntag keine. Im selben Baunetz-Newsletter ist ein Frankfurter Beispiel für Wohnungsbau zu sehen: auf sieben Stockwerke erhöht und an der verkehrsreichen Straße. Dort leben Menschen rund um die Uhr. Das ist in beiden Fällen gesellschaftlich akzeptierter Umgang mit Umwelt- und Klimaschutz im Jahr 2022.
Hätte man die Gelegenheit zum Durchlüften genutzt um den 90er Jahre Buche-Muff der Bürokratie aus dem Gebäude zu vertreiben, wäre es insgesamt noch besser geworden.