Hemdsärmlige Leichtigkeit
Finalisten DAM Preis 2026 bekanntgegeben
Fünf Projekte gehen dieses Jahr in den Endspurt für den DAM Preis für Architektur in Deutschland. Gestern Abend gab das Deutsche Architekturmuseum DAM die Finalisten in der Architektur Galerie Berlin bekannt:
- Aretz Dürr Architektur (Köln), Wohnen F // 9 – Modulare Nachverdichtung in Köln
- etal. (München), Das robuste Haus – Mehrgenerationenhaus Görzer Straße in München
- Hild und K Architekten (München), Übernachtungsschutz mit medizinischer Einrichtung in München
- Peter Grundmann Architekten (Berlin), ZK/U Zentrum für Kunst und Urbanistik in Berlin
- PPAG architects (Wien), Doppelschule Allee der Kosmonauten in Berlin
Mit der gestrigen Bekanntgabe wurde auch der Architekturführer Deutschland 2026 vorgestellt, der die über 100 Bauten der Longlist der diesjährigen Runde zeigt. Von diesen hatten es wiederum 21 auf die Shortlist geschafft, die im August bekanntgeben wurde.
Auf der letztjährigen Shortlist standen nur vier Bauten. Damals wurde hervorgehoben, dass diese geradezu vorbildlich das Spektrum des aktuellen Bauens widergespiegelten, wie es in den BauNetz Meldungen hieß. Im Vergleich dazu fällt in diesem Jahr auf, dass gleich drei der fünf Projekte an ihrer Außenhülle eine gewisse hemdsärmlige Leichtigkeit zur Schau stellen. Ebenfalls bemerkenswert ist der Fokus auf das Thema Wohnen. Mit dem Projekt von Aretz Dürr ist außerdem ein waschechter Holzmodulbau mit dabei.
Mit den fünf Finalisten geht das diesjährige Juryverfahren in die letzte Runde. Das Gewinnerprojekt wird am 30. Januar 2026 verkündet. Dann erfolgen auch die Preisverleihung und die Eröffnung der Ausstellung mit allen Bauten der Shortlist im DAM. Sie werden zudem im parallel erscheinenden Deutschen Architektur Jahrbuch 2026 ausführlich besprochen. Dieses wie auch der nun erschienene Architekturführer werden von DOM publishers verlegt.
Der DAM Preis 2025 ging an AFF Architekten (Berlin) für die Spore Initiative in Berlin-Neukölln. Mit seinem Preis zeichnet das DAM seit 2007 herausragende Bauten in Deutschland aus. Bereits zum zehnten Mal wird er in enger Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner JUNG vergeben. (gh)
unser DAM preis hat kein budget für preisgelder, aber dafür machen wir diesen preis jährlich. wir versuchen über 2 buchpublikationen, social media, ausstellungen (eröffnung DAM preis 2025 übrigens am 17.10. im leipziger tapetenwerk) mediale aufmerksamkeit für alle projekte zu erzeugen, auch über eine datenbank der letzten 10 jahre von über 1.000 projekten.
das geht leider nicht gut zusammen.
wir haben es versucht.
sie wollen aber nicht jährlich verleihen, zu teuer, zu aufwändig.
sie wollen nicht nominieren. jeder soll sich bewerben können.
so bleibt es bei 2 übergeordneten architekturpreisen dieser art. beide juries sind unabhängig, mal gibt es überlappungen, mal nicht. ist doch ok.
Inhaltlich kommen sich die beiden Preise allzu sehr in die Quere. Häufig sind die Überschneidungen der engeren Wahl ziemlich groß (diesmal nicht). Und viele sahen die beiden Stiftungsbauten Spore + Publixx als eigentlichen Sieger des DAP, aber Spore hatte halt schon den DAM-Preis gewonnen und war damit wohl aus dem Rennen. Schade, so werden beide Preise an respektable Projekte gehen, aber ohne jede (internationale) Strahlkraft.
Das ist wirklich eine ernstgemeinte Frage... man wird von allen Seiten ständig mit Preisen und Shortlists und irgendwelchen Publikationen überhäuft, Haus des Jahres, A+W Architekt des Jahres, Backsteinpreis, Betonpreis, Ziegelpreis, Natursteinpreis... Holzbaupreis... bei vielen davon soll man zahlen und wenn man gewinnt darf man nochmal für die Publikation zahlen, na schönen Dank... welcher davon ist eigentlich für euch da noch "der wichtigste"?
Bringen die großen Herausforderungen unserer Zeit eine neue Ästhetik hervor? Ja, bestimmt. Wird sie gewöhnungsbedürftig sein? Ja, wahrscheinlich.
Muss sie dafür alle grundlegenden Qualitäten guter Architektur vernachlässigen? Eine klare städtebauliche Antwort, einen Hang zur sauberen Konstruktion, liebevoll gestaltete Details, großen Gestaltungswillen und außerordentlichem Können - kurzum: ein schönes Konzept mit architektonischer Haltung und wunderbarer Gestaltung?
Ob diese Arbeiten würdig für den immerhin wichtigsten Architekturpreis in Deutschland sind stelle ich in Frage. Es ist kein Projekt dabei, das mir die Augen öffnet, mir etwas beibringt oder zumindest einen Moment großer Freude beschert. Sie sind sicher ganz gut. Für diesen Preis aber vielleicht nicht gut genug. Und was die Schule von PPAG hier zu suchen hat verstehe ich nun wirklich gar nicht.