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25.01.2018

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Dorf im Dorf

Belgisches Seniorenzentrum von De Vylder Vinck Taillieu


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15 Kilometer westlich von Brüssel liegt Sint-Katherina-Lombeek. Ein paar wenige Vierseithöfe aus dem 18. Jahrhundert gibt es hier, ansonsten säumen Einfamilienhäuser mit Gärten die Straßenzüge. In Nachbarschaft von Kirche und örtlicher Polizeistation haben architecten de vylder vinck taillieu (Gent) ein Zentrum für betreutes Wohnen im Alter realisiert. Das Wohnheim liegt etwas im Blockinneren, auf einem Areal zwischen den Gärten der benachbarten Einfamilienhäuser.

Zitierte die Anfang 2017 nach Plänen des Genter Büros fertiggestellte Seniorenresidenz in Aarschot typologisch das Wohnen in der Stadt, ist der Neubau in Sint-Katherina-Lombeek nun eher als die dörfliche Variation des Themas zu lesen. Das Haus besteht aus sechs versetzten, gestaffelten Riegeln, die auf dem leicht abschüssigen Grundstück angeordnet wurden. Zwei davon beherbergen 41 betreute Wohneinheiten, die übrigen vier sind in 59 Wohn- und Pflegezimmer aufgeteilt.

Vom Eklektizismus, der bei anderen Projekten von de vylder vinck taillieu wie dem Ledeburger Rathaus zu collagenhaften Architekturen führte, ist hier eher wenig zu spüren. Stattdessen scheinen die Architekten die Proportionen eines anliegenden Bestandsgebäudes auf den Neubau übertragen zu haben. Nach außen wirkt das Gebäude als ein Ganzes. Die einzelnen Riegel gleichbleibender Traufhöhe sind miteinander verschnitten, und auch die hell geflieste Fassade mit dunklen Fensterrahmen sowie die offenliegenden, rot akzentuierten Dachbalken signalisieren Zusammengehörigkeit. Durch die Staffelung der Riegel und teilweise außenliegenden Treppen entsteht jedoch eine kleinmaßstäbliche Durchstrukturierung fast dörflicher Anmutung.

Auch innerhalb des Gebäudes zeichnen sich die gegeneinander verschobenen Einheiten ab und lösen die klassische Flursituation zugunsten einer Folge von größeren und kleineren Räumen mit Aufenthaltsmöglichkeiten ab. Der Boden in den öffentlichen Bereichen ist durchgängig grün gefliest. Fein detaillierte Eingangssituationen differenzieren zwischen den einzelnen Wohnungen. Die unterschiedlichen Maßstäblichkeiten drücken den generellen Anspruch des Wohnzentrums aus: Bis ins hohe Alter eine möglichst autonome private Lebensführung, aber auch die aktive Teilnahme am gemeinschaftlichen Leben zu gewährleisten. (kms)

Fotos:
Filip Dujardin


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Kommentare

4

bert berlin | 28.01.2018 13:35 Uhr

intentional und manieriert

Das ist ein Beispiel, wie sehr ein übersteigerter Wille zu Originalität ein Projekt belasten kann.

Und tatsächlich gehorcht alles so sehr einem Konzept,
das am Ende nichts mehr gut ist.
Nicht die Fenster, nicht die Flure, nicht der Dachüberstand, nicht die Fassade.

Man merkt überall, wie sehr es den Architekten auf die Wirkung angekommen ist.

Im Film weiß man: wenn die Kameraführung unsichtbar ist, dann war es ein guter Kameramann.

Das hier ist eine große Enttäuschung.

3

Mick | 26.01.2018 14:32 Uhr

Alpträume

Durch einen Flur wie auf Foto Nr. 4 möchte man doch nicht einmal im Alptraum irren, geschweige denn in der Realität!

2

münchner | 25.01.2018 16:55 Uhr

ein satz mit x

ein perfektes beispiel dafür wie man es nicht machen sollte. wirkt dazu noch wie eine kopie aus den 80er jahren. aber es muss ja auch schlechte architektur geben, damit die gute mehr wertschätzung findet.

1

berlinerin | 25.01.2018 15:42 Uhr

kalt und ungemütlich

erinnert eher an ein Krankenhaus...wirkt durch die Materiallitäten viel zu kal und ungemütlich...wohlfühlen würde ich mich persönlich dort nicht...

 
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