Vom Bregenzerwald bis Granada
AnotHERVIEWture Award 2026 vergeben
Vergangene Woche wurden zum dritten Mal die anotHERVIEWture Awards vergeben. Mit dem Preis würdigt die österreichische Bundeskammer der Ziviltechniker:innen seit 2022 im zweijährigen Turnus Frauen, die besondere Leistungen für die Baukultur erbracht haben – sowohl national als auch international. Die aktuelle Ausgabe verzeichnete mit 120 Bewerberinnen aus mehr als 20 Ländern die bisher größte Beteiligung.
Die Preise werden in vier, jeweils mit 5.000 Euro dotierten Kategorien verliehen. Die Architektinnen bewerben sich dabei als Einzelpersonen mit eigens ausgewählten Projekten. Eine 16-köpfige, international besetzte Jury unter Vorsitz von Susanne Veit-Aschenbrenner, Gewinnerin der letzten Ausgabe, entschied in einem zweistufigen Prozess.
Die Auszeichnung Female Architect of the Year für österreichische Architektinnen, um die sich 34 Teilnehmerinnen bemühten, erhielt Anja Innauer. Seit 2016 führt sie zusammen mit Nora Heinzle das Büro NONA Architektinnen, das sich auf Sanierungen, Umbauten und Erweiterungen fokussiert, wie etwa ein Badehaus für das Hotel Hirschen im Bregenzerwald. Heinzle hatte sich nicht für den Preis beworben. Zu den Finalistinnen der Kategorie zählten Hemma Fasch von fasch&fuchs.architekt:innen und Sabrina Mehlan, Petra Meng und Stefanie Wögrath von Illiz Architektur. Die drei Partnerinnen bewarben sich entsprechend der Vorgaben einzeln mit identischen Projekten, woraufhin das Preiskomitee sie zusammenfasste.
Als Emerging Female Architect of the Year, eine Auszeichnung, die sich an österreichische Architektinnen unter 40 Jahren richtet, wurde Nina Beck ausgezeichnet. Die junge Architektin gründete ihr Büro 2023 und reichte unter anderem ein transformiertes Bauernhaus ein. Zu den Finalistinnen gehörten Yvonne Lammer und Barbara Weber.
In der Kategorie National/International Female Engineering Achievement of the Year gewann die kroatische Tragwerksplanerin Vlatka Rajčić. Nach den Erdbeben von 2020 in Zagreb leitete sie die konstruktive Erneuerung der historischen Kuppel und des Ringgewölbes am 1938 errichteten Gebäude der kroatischen bildenden Künstler*innen. Die weiteren Finalistinnen waren die Dresdener Bauingenieurin Nadine Ritschel und die ebenfalls in Zagreb tätige Marija Sojčić.
Den Preis als International Female Architect of the Year erhielt Elisa Valero, unter anderem für ihre Kirche in Granada. Aufgrund der breiten Beteiligung von 43 Bewerberinnen aus 21 Ländern unterschiedlicher Kontinente wählte die Jury insgesamt vier Finalistinnen. Zu diesen zählten die Münchenerin Veronika Dannheimer von Dannheimer & Joos Architekten, Margarita Danou aus Nikosia und die Spanierin Beatriz Ramo, die mit ihrem Büro STAR strategies + architecture in Rotterdam tätig ist. Schirmherrin des AnotHERVIEWture Award 2026 war wieder die österreichische Politikwissenschafterin Doris Schmidauer. (mh)




