Dritter Ort für Essen
Zentralbibliothek im ehemaligen Kaufhaus
Dritter Ort für Essen
Zentralbibliothek im ehemaligen Kaufhaus
Die Zentralbibliothek Essen hat ein neues Zuhause. Am Samstag eröffnete sie im ehemaligen Damenmodehaus Boecker im Stadtzentrum zwischen Marktkirche und Kennedyplatz. Mit der neuen Einrichtung nach Entwürfen von MVRDV (Rotterdam) und includi (Groningen) soll sie zum Ort für Kultur und Austausch werden.
Im Zuge des Wiederaufbaus der Essener Innenstadt war das Kaufhaus in den 1950er-Jahren unter Leitung des Architekten Gerd Lichtenhahn errichtet worden. Bekannt wurde es als Stammsitz für das Modehaus Boecker, das in den 1980ern als einer der größten Pelz-Einzelhändler der Welt galt und in Essen zwei große Kaufhäuser nebeneinander betrieb: eines für Herren, eines für Damen. Beide Häuser wurden 2001 geschlossen, 2004 ging Boecker insolvent und wurde in Teilen an andere Firmen verkauft.
Während sich im Herrenhaus die niederländische Kaufhauskette HEMA einrichtete, wurde das Damenhaus, das nun für die Zentralbibliothek umgebaut wurde, 15 Jahre lang von der Mayerschen Buchhandlung genutzt. Nachdem diese 2018 in das Baedeker-Haus gezogen war, stand das Damenhaus – von Zwischennutzungen abgesehen – leer und wechselte mehrfach den Besitzer. 2022 erwarb es die Lang & Cie. Rhein-Ruhr Real Estate von DEKA Immobilien.
Parallel zum Kauf führte Lang & Cie. Verhandlungen mit der Stadt Essen, die nach einem neuen Standort für die Zentralbibliothek suchte. Deren Räume im Bürgeramt Gildehof galten schon länger als sanierungsbedürftig und waren für eine konzeptionelle Neuausrichtung sowieso zu klein. Für die neuen Bibliotheksräume im alten Damenhaus schloss die Stadt Essen mit Lang & Cie. schließlich einen Mietvertrag über 25 Jahre. Zudem beteiligte sie sich mit 24,6 Millionen Euro am Umbau.
Im Stadtrat gab es heftige Kritik, da viele einen Kauf des Gebäudes als langfristig deutlich günstiger für die Stadt bewerten. Einig waren sich hingegen alle Fraktionen, dass der neue Standort nicht nur für die Bibliothek belebend sein wird, sondern auch für die gesamte Innenstadt. Das Haus sollte demnach zum „städtischen Wohnzimmer“ werden.
Am Umbau waren mehrere Planungsbüros beteiligt. caspar.schmitzmorkramer und HKR Hentges Kursawe Rehberg (beide Köln) werden für die Gebäudetransformation genannt, in deren Zusammenhang wurde ein sechstes Geschoss in Holzbauweise aufgesetzt. Innenarchitektur und Möblierung stammen von MVRDV (Rotterdam) und includi (Groningen). Beide Büros waren über ein europaweites Ausschreibungsverfahren der Stadt Essen beauftragt worden. Die Ausführungsplanung übernahm Meyer Architekten (Düsseldorf).
Während sich im Herrenhaus die niederländische Kaufhauskette HEMA einrichtete, wurde das Damenhaus, das nun für die Zentralbibliothek umgebaut wurde, 15 Jahre lang von der Mayerschen Buchhandlung genutzt. Nachdem diese 2018 in das Baedeker-Haus gezogen war, stand das Damenhaus – von Zwischennutzungen abgesehen – leer und wechselte mehrfach den Besitzer. 2022 erwarb es die Lang & Cie. Rhein-Ruhr Real Estate von DEKA Immobilien.
Parallel zum Kauf führte Lang & Cie. Verhandlungen mit der Stadt Essen, die nach einem neuen Standort für die Zentralbibliothek suchte. Deren Räume im Bürgeramt Gildehof galten schon länger als sanierungsbedürftig und waren für eine konzeptionelle Neuausrichtung sowieso zu klein. Für die neuen Bibliotheksräume im alten Damenhaus schloss die Stadt Essen mit Lang & Cie. schließlich einen Mietvertrag über 25 Jahre. Zudem beteiligte sie sich mit 24,6 Millionen Euro am Umbau.
Im Stadtrat gab es heftige Kritik, da viele einen Kauf des Gebäudes als langfristig deutlich günstiger für die Stadt bewerten. Einig waren sich hingegen alle Fraktionen, dass der neue Standort nicht nur für die Bibliothek belebend sein wird, sondern auch für die gesamte Innenstadt. Das Haus sollte demnach zum „städtischen Wohnzimmer“ werden.
Am Umbau waren mehrere Planungsbüros beteiligt. caspar.schmitzmorkramer und HKR Hentges Kursawe Rehberg (beide Köln) werden für die Gebäudetransformation genannt, in deren Zusammenhang wurde ein sechstes Geschoss in Holzbauweise aufgesetzt. Innenarchitektur und Möblierung stammen von MVRDV (Rotterdam) und includi (Groningen). Beide Büros waren über ein europaweites Ausschreibungsverfahren der Stadt Essen beauftragt worden. Die Ausführungsplanung übernahm Meyer Architekten (Düsseldorf).
Eingänge führen von verschiedenen Seiten ins Haus, ein offenes Treppenhaus verbindet alle Etagen. Wie einst im Kaufhaus gibt es auf jeder Etage blaue Orientierungspunkte, die anzeigen, wo welche Themenbereiche zu finden sind. Farbige Bücherregale bilden sogenannte „Mediendörfer“. Sitzinseln, Lese-Nischen und Zonen für verschiedene Aktivitäten sind entsprechend schallgedämmt. Bereiche mit hoher Energie wie Gaming-Zonen oder die Familienetage sind in kräftigem Rot oder Orange gehalten. Entlang der Fenster entstanden Sitz-, Lounge- und Arbeitsbereiche. Die „aktivierte Fassade“ (MVRDV) soll Hemmschwellen beseitigen, Passant*innen neugierig machen und ins Innere locken.
Einen Schwerpunkt legt des Nutzungskonzept auf gemeinschaftliches Ausprobieren. Dazu stehen Makerspaces, Musikproberäume mit Leihinstrumenten, Räume für Virtual Reality und 3D-Drucker zur Verfügung. Im obersten Geschoss wurde ein „Stadt-Raum“ für Veranstaltungen mit Blick über die Innenstadt eingerichtet. Von dort sieht man auch das ehemalige Herrenhaus von Boecker nebenan. Es steht leer. HEMA ist 2023 ausgezogen. Am 17. November 2026, 11 Uhr beginnt die Zwangsversteigerung. Der Verkehrswert wurde auf 6,15 Millionen Euro festgesetzt.
Einen Schwerpunkt legt des Nutzungskonzept auf gemeinschaftliches Ausprobieren. Dazu stehen Makerspaces, Musikproberäume mit Leihinstrumenten, Räume für Virtual Reality und 3D-Drucker zur Verfügung. Im obersten Geschoss wurde ein „Stadt-Raum“ für Veranstaltungen mit Blick über die Innenstadt eingerichtet. Von dort sieht man auch das ehemalige Herrenhaus von Boecker nebenan. Es steht leer. HEMA ist 2023 ausgezogen. Am 17. November 2026, 11 Uhr beginnt die Zwangsversteigerung. Der Verkehrswert wurde auf 6,15 Millionen Euro festgesetzt.
Bautafel
- Eigentümer und Bauherr für die Gebäudetransformation:
- Lang & Cie. Rhein-Ruhr Real Estate
- Gebäudetransformation:
- caspar.schmitzmorkramer und HKR Hentges Kursawe Rehberg
- Innenarchitektur und Möblierung:
- MVRDV und includi
- Bauherrschaft für den Innenausbau:
- Stadt Essen
- Lokales Architekturbüro für den Innenausbau (LPH 6-8):
- Meyer Architekten, Düsseldorf
- Projektkoordination:
- Immobilien Management Essen GmbH
- Technische Gebäudeausstattung:
- Ingenieurbüro Nordhorn und FC-Gruppe
- Bauphysik und Akustik:
- ISRW Dr.-Ing. Klapdor und WISSBAU
- Fläche:
- 11.000 m² BGF
Zum Thema
Weitere Beispiele für die Nachnutzung leerstehender Kaufhäuser zeigt die BauNetz WOCHE#653 „Im Kaufhausumbaurausch“.
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Großartig, da müssen Bibliotheken hin, ins (Stadt-)Zentrum, für alle, unübersehbar! Ein positiv stimmender Umnutzungs-Zweck - da kann man dem Haus nur Gutes und viel Leben wünschen.
Etwaige räuliche Leerstellen füllen sich sicher noch, aber die Bilder erzeugen bei mir große Lust, hinzugehen und die offenen, gut gelaunten aber unaufgeregten Räume zu nutzen und sie sich anzueigenen.