- Weitere Angebote:
- Filme BauNetz TV
- Produktsuche
- Videoreihe ARCHlab (Porträts)
23.01.2026
Nobel Center in Stockholm
Neue Pläne von David Chipperfield Architects
Vor beinahe zwölf Jahren gewannen David Chipperfield Architects (Berlin/London) den Wettbewerb für das Nobel Center in Stockholm. Bislang konnte das Büro seine zwischenzeitlich sogar schon genehmigten Planungen jedoch nicht umsetzen. Grund dafür war eine öffentliche Debatte um die Gestaltung des Neubaus direkt neben dem Nationalmuseum auf der Halbinsel Blasieholmen. Verschiedene Stimmen äußerten die Sorge, Chipperfields Baukörper aus Messing und Glas könne die Lesbarkeit der historischen Altstadt beeinträchtigen, berichtet das Berliner Büro. Kürzlich veröffentlichte es einen neuen Entwurf an neuem Standort.
Nachdem der ursprüngliche Plan per Gerichtsentscheid vom Tisch war, suchte die Nobel Foundation einen Bauplatz, auf den sich alle einlassen konnten. 2020 beauftragte sie David Chipperfield Architects mit einer Konzeptstudie für die Uferfront am Slussen, der Schleuse zwischen Altstadt und Södermalm, wo die Gewässer des Mälaren und der Ostsee aufeinandertreffen. Das einst von Industrie und Transportinfrastruktur geprägte, anschließende Areal erfährt seit längerem eine milliardenschwere Neuentwicklung, basierend auf einem Masterplan von Foster + Partners. Das Nobel Center wird darin eine prominente Stelle neben dem Fotografiska einnehmen, an der zuvor ein Bürobau angedacht war. 2022 kam der entsprechende Direktauftrag für Chipperfield und Team, die mit Sweco Architects (Stockholm) zusammenarbeiten.
Wie das Büro berichtet, begrüßt die Stadt, dass hier nun eine kulturelle Institution anstelle weiterer Büroflächen entsteht. Besänftigt dürften sich die vormaligen Kritiker*innen wohl auch angesichts der grunderneuerten Gestaltung zeigen. Die bronzenen Lisenen sind passé. Stattdessen visualisieren die aktuellen Bilder eine Fassade aus wiederverwendeten Ziegeln. Heute seien ökologische Überlegungen in ihren Entwürfen zentral, erklärt das Büro, anders als noch 2014.
Dementsprechend soll das Thema Nachhaltigkeit nicht an der Fassade aufhören und so zum reinen Buzzword verkommen. Unter dem Grundstück verläuft ein Tunnel für den künftig unterirdisch geführten Verkehr des Areals, das wiederum selbst auf einer erhöhten Ebene realisiert wird. Auf Position und Tragfähigkeit des Tunnels reagiert die geplante Holzkonstruktion. Zudem soll der horizontal wie vertikal gestaffelte Neubau von der Baugrenze zurückspringen, um Platz für öffentlichen Raum zu schaffen. Für das Grundstück lag bereits ein genehmigter, detaillierter Bebauungsplan vor, der Maximalmaße regelt. Nun wird lediglich ein vorgelagerter Sockel Richtung Uferkante die Fläche einnehmen, die sonst komplett überbaut worden wäre.
Umgerechnet circa 236 Millionen Euro soll das Projekt insgesamt kosten. Diese Mittel werden sowohl für den rund 13.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche umfassenden Bau als auch die Einrichtung einer Dauerausstellung (zu Alfred Nobel und dem Nobelpreis) verwendet. Einen Großteil davon spenden die Erling-Persson Foundation und die Knut and Alice Wallenberg Foundation.
Die Vergabe des Nobelpreises wird hier, wie im alten Entwurf noch vorgesehen, allerdings nicht stattfinden. Diese Ehre soll weiterhin dem Konserthuset Stockholm und der City Hall gebühren. Im neuen Nobel Center wird die Stiftung ihren künftigen Sitz beziehen. Außerdem entstehen Ausstellungs-, Workshop- und Schulungsräume sowie öffentliche Bereiche wie Shops und Restaurants. 2027 soll der Bau beginnen, voraussichtlich 2031 fertiggestellt werden. (mh)
Auf Karte zeigen:
Google Maps
Kommentare:
Meldung kommentieren









