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19.01.2026
Tonstudio und Clubraum für die Jugend
Erweiterung in Hamburg von acollage.architektur urbanistik
In Hamburg gibt es mehr als ein Dutzend Häuser der Jugend – Orte, an denen junge Menschen Freundschaften pflegen, Sport treiben oder Unterstützung in unterschiedlichen Lebenslagen finden. Im Norden der Stadt, im Bezirk Wandsbek und nahe der Grenze zu Schleswig-Holstein wurde nun das Haus der Jugend Tegelsbarg saniert und erweitert. Verantwortlich für Planung und Umsetzung ist das Büro acollage.architektur urbanistik aus Hamburg.
Der Bestandsbau aus den frühen 1980er Jahren fügt sich als eingeschossiger Körper mit Innenhof zurückhaltend in die Umgebung ein. Verblendmauerwerk prägt die Fassaden, einzig das markante Pultdach setzt einen Akzent. Ursprünglich war das Haus vor allem für neu zugezogene Jugendliche gedacht. Mit der Zeit verlagerte sich der Schwerpunkt der Nutzung jedoch zunehmend auf jüngere Kinder und Familien.
Vor diesem Hintergrund entschied sich der Bezirk als Bauherr für eine Erweiterung: Ziel war es, Kinder- und Familienangebote einerseits und klassische Jugendarbeit andererseits räumlich klarer voneinander zu trennen und zugleich zusätzliche Nutzungen zu ermöglichen. Ein Beteiligungsprozess mit Nutzer*innen begleitete die Planung und floss in die Ausformulierung des Raumprogramms ein.
Insgesamt richtet sich das Haus der Jugend an Menschen zwischen sechs und 27 Jahren. Die Erweiterung nimmt vor allem Angebote für ältere Jugendliche und junge Erwachsene auf. Sie schließt südlich an den Bestand an, bleibt ebenfalls eingeschossig und ist über einen Laubengang mit diesem verbunden, verfügt jedoch über einen eigenen Eingang. Im Inneren finden sich neben verschiedenen Funktionsräumen ein Proberaum mit angeschlossenem Tonstudio sowie ein doppelgeschossiger Clubraum mit Tresen und Galerieebene. Letzterer zeichnet sich auch volumetrisch ab und verleiht dem Erweiterungsbau eine gewisse Präsenz, ohne den Bestand zu überformen.
Die Fassade des Neubaus besteht aus dunkelgrün beschichteten Welltafeln aus Faserzement. Innen zeigen sich die Oberflächen bewusst roh und robust. Parallel zur Erweiterung wurde der Bestand technisch und energetisch ertüchtigt: Belichtungs- und Belüftungssituation wurden überarbeitet, Grundrisse angepasst. So entstanden unter anderem eine neue Gruppenküche sowie ein Elterncafé. Die Bruttogrundfläche der Gesamtanlage beträgt nun rund 1.640 Quadratmeter.
Für den Neubau wurden 1,76 Millionen Euro brutto in den Kostengruppen 300 und 400 investiert. Die Mittel stammen anteilig aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ sowie aus dem Sanierungsfonds der Hamburgischen Bürgerschaft, dem Quartiersfonds der Behörde für Wissenschaft, Forschung, Gleichstellung und Bezirke und dem Bezirksamt Wandsbek. Umbau und Sanierung des Bestands einschließlich der Außenanlagen schlugen mit weiteren 1,9 Millionen Euro zu Buche und wurden über das Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung sowie durch Mittel der Sozialbehörde und des Bezirksamts finanziert. (gk)
Fotos: Jakob Börner
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