17.07.2019

Zusammen in Venedig mit Hashim Sarkis

Biennale-Programm 2020 vorgestellt

1

Kurator Hashim Sarkis und Biennale-Direktor Paolo Baratta

Im Dezember 2018 erfuhr die Öffentlichkeit, dass der Architekt Hashim Sarkis die 17. Architekturbiennale kuratieren wird. Am gestrigen Dienstag Nachmittag, 16. Juli 2019, stellte der 54-jährige gebürtige Libanese nun das Programm für die internationale Architekturausstellung im Jahr 2020 in Venedig vor.

How will we live together? ist der neue Slogan, mit dem Hashim Sarkis nach Yvonne Farrells und Shelley McNamaras „Freespace“ (2018) und Alejando Aravenas „Reporting from the front“ (2016) das räumliche und soziale „together“ zum zentralen Anliegen der Biennale 2020 macht.

„We need a new spatial contract“ – so Sarkis in seiner gestrigen Rede. Im Kontext politischer Spaltungen und wachsender ökonomischer Ungleichheiten sieht der Kurator die Architekt*innen in der Rolle der Koordinatoren und Beauftragten dieses räumlichen Vertrags, der neue Arten und Räume des Zusammenlebens festlegen soll. So sind die eingeladenen Architektenteams auch dazu aufgefordert, andere Disziplinen und Akteure in ihre Beiträge zu involvieren – Künstler, Handwerker, Politiker und Sozialwissenschaftler sowie die Zivilgesellschaft.

Dem Begriff „together“ kommen dabei mehrere programmatische Bedeutungen zu: Die Vernetzung menschlicher Individuen und Communities über virtuelle und reale Räume, die Suche nach Gleichheit, Inklusion und rämlicher Identität in heterogenen Formen des Zusammenlebens, der Zusammehalt über politische Grenzen hinaus und nicht zuletzt das notwendige globale Selbstbewusstsein, um den Planeten Erde und menschliches Leben überhaupt zu erhalten.

Die Kurator*innen der nationalen Teilnehmer werden aufgefordert, sich einem oder mehreren Subthemen der Ausstellung zu widmen, beispielsweise inklusivem sozialem Wohnungsbau oder vernetzender urbaner und territorialer Gestaltung. Denn diese Themen seien in aufstrebenden genauso wie in fortgeschrittenen Ökonomien von zentraler Bedeutung – so Sarkis in seinem Statement.

Zum Abschluss bezog sich Sarkis auf das Jahr 2020 als einen vielerorts deklarierten Meilenstein auf dem Weg zu einer besseren Zukunft, die es mit einer kollektiven architektonischen Vision, Mut und Kreativität zu erreichen gelte. (kg)