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18.07.2017

Dreiklang am Europaplatz

Wettbewerb für Bürohochhaus in Berlin entschieden


Seit mehr als zehn Jahren plant Berlin am neuen Stadtteil „Europacity“ nördlich des Hauptbahnhofs. Etwa 2.800 Wohnungen und 9.000 Arbeitsplätzen sind geplant, der „Masterplan Berlin Heidestraße“ sieht für die schrittweise Gestaltung des circa 40 Hektar großen Areals zwischen Nordhafen, Heidestraße und Humboldthafen mehrere Quartiere vor. In unterschiedlichen Verhältnissen sollen Wohnen, Arbeiten, Geschäfte und Kultur gemischt werden.

Seit 2012 markiert der rund 70 Meter hohe Tour Total von Barkow Leibinger die Europacity in der Ferne. Im letzten Oktober kam die neue Zentrale des Netzbetreibers 50Hertz nach Plänen von LOVE architecture hinzu. Während nebenan auf Baufeld 3 ein Haus für die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG nach Plänen von KSP Jürgen Engel Architekten im Bau ist, sind die Planungen für eine weitere Vertikale auf Baufeld 4 nun ein gutes Stück vorangekommen. Rund 125 Millionen Euro will die Immobiliengesellschaft CA Immo hier in einen Turm investieren, der direkt über dem Tunnel der neuen S-Bahnlinie 21 entstehen soll und in den möglicherweise die KPMG als Hauptmieter einziehen wird.

Der Wettbewerb für den Turm auf Baufeld 4 begann im Dezember 2016. Zehn Büros waren eingeladen worden. Auf dem 2.427 Quadratmeter großen Wettbewerbsgrundstück sollten sie ein Büro- und Verwaltungsgebäude mit Konferenzbereich und Mitarbeiterrestaurant entwerfen. Ende April hatte die Jury  – unter anderem der Juryvorsitzende Matthias Sauerbruch und Moritz Auer – drei zweite Preise und zwei Anerkennungen verliehen und die Zweitplatzierten in eine Überarbeitungsrunde geschickt.

Allmann Sattler Wappner Architekten lassen den Turm aus einem plastisch profilierten Sockel herauswachsen und ihn mit zunehmender Höhe glatter, transparenter und damit abstrakter werden. Das gefiel der Jury ebenso wie das gut proportionierte, tagesbelichtete Atrium im Zentrum des Sockelgebäudes. Von „nobler Eleganz“ und „angemessener Eigenständigkeit im Dreiklang der profilbildenden Hochhäuser am Standort“ ist in der Beurteilung zu lesen.

Ein schlankes Erscheinungsbild bescheinigten die Preisrichter der Arbeit von Thomas Müller Ivan Reimann Architekten. Die Fassaden und das Farb- und Materialkonzept diskutierten sie kontrovers, da so „offensichtlich Assoziationen an vergangene Architekturepochen evoziert werden und dies an dem äußerst zeitgenössischen Stadtraum Europaplatz nicht angemessen erscheint“. Außerdem kritisierten sie die Überschreitung der Baugrenze des Turmes in Richtung Norden.

UNStudio versuchten in ihrem Beitrag, zeitgenössischen Arbeitsweisen einen räumlichen-architektonischen Ausdruck zu verleihen, die nicht in Hierarchien, sondern in Netzwerken, nicht in Besitzständen sondern in Austausch denken. Die Jury diskutierte, inwieweit die gläserne Sockelzone die Solidität des Hauses nicht zu stark unterminiere und kritisierte den „Flächenverbrauch, der durch die dreidimensionalen Verschränkungen der Geschosse entsteht“.

Nach einer Überarbeitung legte die Jury Ende Juni eine Rangfolge unter dem Zweitplatzierten fest.


Was nach der Überarbeitung den Ausschlag zur Platzierung gegeben hat, wollten die Auslober nicht mitteilen. Mit allen drei Preisträgern soll nun verhandelt werden, teilte der Pressesprecher der CA IMMO mit. (fm)


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Zu den Architektenprofilen:

Allmann Sattler Wappner . Architekten


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Das Quartier neben dem Berliner Hauptbahnhof mit dem geplanten Hochhaus in gelb als Massenmodell.

Das Quartier neben dem Berliner Hauptbahnhof mit dem geplanten Hochhaus in gelb als Massenmodell.

1. Preis nach Überarbeitung: Allmann Sattler Wappner, München

1. Preis nach Überarbeitung: Allmann Sattler Wappner, München

2. Preis nach Überarbeitung: Thomas Müller Ivan Reimann, Berlin

2. Preis nach Überarbeitung: Thomas Müller Ivan Reimann, Berlin

3. Preis nach Überarbeitung: UN Studio, Amsterdam

3. Preis nach Überarbeitung: UN Studio, Amsterdam

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