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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen_Londoner_Buero_stellt_Flughafen_in_Peking_fertig_192718.html

28.02.2008

Kathedralenartiger Effekt

Londoner Büro stellt Flughafen in Peking fertig


Lord Norman Foster muss einmal zu jenen Kindern gehört haben, die schon als Schüler immer früher als alle anderen mit den Aufgaben fertig waren und danach – statt nur am Bleistift zu kauen – ihre überschüssigen kreativen Energien mittels Zeichnen oder Basteln abbauten. Wie sonst ist es zu erklären, dass der Lord schon wieder die verfrühte Fertigstellung eines Großprojekts vermeldet? Am 29. Februar 2008 wird das neue Flughafenterminal in Peking eröffnet. Oder sollten etwa die frühkapitalistischen Arbeitsbedingungen auf chinesischen Baustellen dazu beigetragen haben?

Das neue Terminal 3 des Flughafens Beijing Capital National Airport wird jedenfalls das Eingangstor für die meisten der anreisenden Sportler und Besucher der Olympiade 2008 in Chinas Megalopolis werden. 1,3 Millionen Quadratmeter wurden hier gebaut, damit ist es das größte Gebäude der Welt. 50 Millionen Fluggäste werden jährlich erwartet.

Trotz der Größe legten die Architekten nach eigenen Angaben Wert auf eine gute Orientierung innerhalb des Gebäudes, dessen Grundriss auf einem einfachen, symmetrischen Diagramm beruht. Das Terminal selbst soll mit seiner leicht kurvigen Dachlinie und seinen aus der Dachhaut ragenden, schuppenartigen Oberlichtern an das Ursymbol Chinas erinnern: den Drachen. Auch die Farbigkeit – gezielter Einsatz einer Palette von Hellrot bis Goldgelb – steht in der Tradition chinesischer Farbgebung.

Von Norden bis Süden misst das Gebäude dreieinviertel Kilometer, daher wurden strenge Sichtachsen eingeführt, die die Navigation erleichtern sollen. Alle Räume sind natürlich belichtet. Das Dach ist aus einem räumlichen Stahlfachwerk konstruiert und hat dreieckige Öffnungen sowie eine farbige Metalleindeckung. Durch die leichte Kurvigkeit soll ein „kathedralenartiger Effekt“ hergestellt werden (Foster), da sich das Gebäude zur Mitte hin erhebt und zu den Seiten hin niedriger wird – hier sind denn auch die „intimeren“ Bereiche wie Warteräume etc. untergebracht.


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