Auf- und abgetreppt in Tokio
Wohnungsbau von Sasaki Architecture
Neben einer effizienten Organisation und einer Reduktion auf das Wesentliche ist es oft ein eigentümlicher Bezug zu Landschaft und Natur, der Wohngebäude in Japan auszeichnet. So auch beim Daita Project von Ryuichi Sasaki / Sasaki Architecture, einem kürzlich fertiggestellten Wohnungsbau in einem ruhigen Wohngebiet im Westen Tokios, südlich des U-Bahnhofs Setagaya-Daita. Hier sind auf 536 Quadratmetern 16 komprimierte Wohneinheiten untergebracht – mit einem bemerkenswerten Bezug zur hügeligen Topografie des Grundstücks, der keine Höhendifferenz unberücksichtigt lässt.
Der viergeschossige Baukörper ist von der Straße zurückversetzt und in das ansteigende Gelände integriert. Straßenseitig befinden sich pro Geschoss drei schmale, tiefe Einraumwohnungen, deren Höhenlagen dem Gefälle der Straße folgen. Die daraus resultierende Abtreppung wird an die jeweils oberen Geschosse weitergegeben. Die Wohnungen im Erdgeschoß werden direkt über den straßenseitigen Vorbereich erschlossen, die übrigen durch ein Treppenhaus, das über die nördlich gelegene Außentreppe und den Haupteingang im seitlichen Hinterhof erreichbar ist.
Rückseitig wird der Geländesprung über zwei Maisonettewohnungen organisiert. Deren obere Wohnebene orientiert sich in den hinteren Bereich des Hofs, während Schlafbereich und Sanitärräume auf der unteren Ebene nurmehr über die Treppenöffnung belichtet werden. Darüber befinden sich im dritten und vierten Geschoss je ein Studio, das quer zu den straßenseitigen Einraumwohnungen liegt und deren Abtreppung übernimmt, wodurch ein besonders zoniertes Raumgefüge entsteht.
Das Thema der Auf- und Abtreppung zieht sich durch das ganze Gebäude und findet sich schlussendlich auch an der Fassade des Sichtbetonbaus. Zum einen wird es präzise durch eine Fuge im Schalungsbild wiedergegeben, zum anderen interpretieren es grünlich changierende, vor- und rückspringende L-förmige Elemente, welche die entsprechend versetzten Fensteröffnungen begleiten – auf eine spielerisch-humorvolle Art und Weise. (hn)
Fotos: Takumi Ota
Diese absolut reduzierte Dach braucht nichts. Keine Rinnen, keine Kanten, kein Bitumen, keine Dachbedeckung, einfach nur Beton. Wow!
das weiss ich als alter betonfuzzi. was ich meinte sind die komischen fenster"umrahmungen" und die wild wuchernden lüftungsdeckelchen..... aber das schalungsbild ist davon mal abgesehen auch sehr üppig angelegt und ich glaube das war sogar absicht ;-)
das stimmt natürlich. nach einen gepflegtem sake-abend würde ich mir dort auch lieber niederländische holzklumpen vorsorglich rausstellen - sonst hast du nachher dicke onkel die so aussehen wie von samson.
extrem ungeshickt ist zu implizieren, dass es keine Maßstäbe gibt und alles schon irgendwie geht oder begründet werden kann. Dann braucht man wirklich keine Architekten.
Schon einmal auf einer Baustelle gewesen?