Runder Abschluss in Cornebarrieu
Wohnungsbau bei Toulouse von Atelier Régis Roudil
Toulouse entwickelt sich schon seit langem dynamisch – so dynamisch, dass längst auch die Vororte im weiteren Umland vom Entwicklungsschub der Metropole erfasst werden. Im nordwestlich gelegenen Cornebarrieu etwa hat sich die Bevölkerung in den letzten 20 Jahren verdoppelt. Die Nähe zum Flughafen von Blagnac, wo unter anderem Airbus seinen Hauptsitz unterhält, macht den Ort außerdem zu einem strategisch wichtigen Entwicklungsstandort. Seit 2004 kommt hier das Planungsinstrument einer Zone d'Aménagement Concerté (ZAC) zum Einsatz. Die Idee: Ein neues Quartier, das zwischen Stadt und Land vermittelt und ökologischen Prinzipien folgt. Als einer der letzten Bausteine wurde nun ein Wohnungsbau von Atelier Régis Roudil Architectes (Aix-en-Provence) fertiggestellt.
Die ZAC Monges-Croix du Sud folgt einem Entwurf von Bruno Fortier zusammen mit OBRAS und Michel Desvignes. Ein Parkband bildet das Rückgrat des Quartiers, während einzelne Bauten und größere Gebäudekomplexe als Inseln innerhalb dieses grünen Kontinuums angeordnet sind. Umgesetzt wurde eine Vielzahl unterschiedlicher Typologien.
Der Komplex von Atelier Régis Roudil Architectes nimmt viele der Themen des gesamten Entwicklungsgebiets auf. Einerseits bietet er innerhalb des offenen Landschaftsraums eine klare Adresse und räumliche Intimität. Andererseits sorgen die Architekt*innen mit breiten Öffnungen aber auch für einen direkten Anschluss ans Fuß- und Radwegenetz, das das Quartier durchzieht. Neben Sozialwohnungen mit zwei, drei oder vier Zimmern gibt es auch fünf geförderte Reihenhäuser zum Kauf. Dem Volumen vorgesetzt ist im Inneren des Rings eine Laubengangerschließung. Außen wurde eine umlaufende Balkonebene realisiert. Auftraggeber des Projekts war mit CDC Habitat Social eine der größten sozialen Wohnungsbaugesellschaften Frankreichs.
Konstruktiv handelt es sich um eine Stahlbetonkonstruktion, die mit einer Vielzahl an Holzelementen kaschiert wurde. Ein hellbrauner Rauputz lässt darüber hinaus an Lehm denken. Die runden Tonröhren, die frische Luft in die Tiefgarage lassen, wirken ein wenig wie ein Bienenhotel. Das Ergebnis ist zwar weniger ökologisch, als es auf den ersten Blick scheinen mag. Am südwestlichen Eingang zum Quartier setzt der soziale Rundbau aber doch die richtigen Akzente. (sb)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- Atelier Régis Roudil Architectes
- Projektleitung:
- Jonathan Benyamine (Studie), Anna Le Blevec (Umsetzung)
- Außenraumgestaltung:
- Atelier Saut de Loup
- Auftraggeber:
- CDC Habitat Social
- Fläche:
- 3.101 m² Geschossfläche
- Baukosten:
- 6.601.848 € Nettobaukosten
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