Bewohnte Landschaft
Wohnungsbau bei Paris von Hérault Arnod Architectures
Innerhalb eines dichten Geschosswohnungsbaus Raum zum Atmen schaffen – mit diesem Vorsatz entwarfen Hérault Arnod Architectures (Pantin) für den Projektentwickler Quartus einen Wohnblock in Rueil-Malmaison, einer unweit von Versailles gelegenen Vorstadt von Paris. Sie statteten die Wohnungen mit großzügigen privaten Außenräumen aus und konzipierten das Innere des ringförmig angelegten Blocks als gemeinschaftlich genutzten Gartenhof. In dessen Mitte sammelt ein Becken Regenwasser, um zur Verbesserung des Mikroklimas beizutragen.
Das Paysage Habité – Résidence Harmonie betitelte Projekt liegt am Rand eines Stadtentwicklungsgebiets namens ZAC de l’Arsenal auf ehemals militärisch und industriell genutztem Areal. Um den Übergang zu den benachbarten Wohnstraßen, die von niedriger Bebauung geprägt sind, möglichst harmonisch zu gestalten und den Schattenwurf zu minimieren, stuften die Architekt*innen die Gebäudehöhe ab.
Hauptkonstruktionsmaterial war sandfarbener Beton. Den klassisch-ruhigen Fassaden im Innenhof steht straßenseitig ein sehr plastisches Erscheinungsbild gegenüber, das den kompakten Baukörper auflockern soll. Es ist durch gefaltete, ausladende Balkonbänder charakterisiert, die vorgefertigten Betonelemente verfügen zudem über eine fein gerillte Struktur. Sichtschutzgitter aus Metall greifen dieses lineare Motiv auf.
Das Projekt kombiniert drei unterschiedliche Wohnungssegmente: sozial geförderte Mietwohnungen, sozial geförderte Eigentumswohnungen und frei finanziertes Eigentum. Wenngleich nach außen hin einheitlich gestaltet, sind sie in der inneren Organisation klar voneinander getrennt und verfügen über jeweils eigene Erschließungsbereiche, die vom Hof abgehen. Dieser wiederum wird an der Ostseite über eine Vorhalle von der Straße aus erschlossen. Direkt daneben liegt ein großzügig verglaster Mehrzweckraum, der gemeinschaftlich genutzt wird.
Die meisten der insgesamt 92 Wohnungen sind durchgesteckt, Eckwohnungen blicken jeweils in zwei Himmelsrichtungen. Wie die Architekt*innen erläutern, verfügen die Wohnungen statt eines Kellerabteils über eine kleine, holzverkleidete Abstellbox auf der Terrasse, die zugleich als Sichtschutz zu den Nachbar*innen dient.
Was das Thema Mobilität betrifft, bietet der Bau ein besonderes Extra: Fahrräder und Kinderwagen werden nicht im Hof geparkt – mit entsprechend dimensionierten Aufzügen können sie von den Bewohner*innen in ihr Geschoss gebracht und dort auf überdachten, gesicherten Plattformen mit Ladepunkten für E-Bikes abgestellt werden. Dank Rankgittern werden diese Plattformen perspektivisch hinter Kletterpflanzen verschwinden. (da)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Hérault Arnod Architectures
- Landschaftsarchitektur:
- Sempervirens
- Tragwerksplanung:
- Ads Concept
- Gebäudetechnik:
- Amodev
- Grundstückserschließung und Außeninfrastruktur:
- Hera
- Baukostenplaner:
- Vpeas
- Bauherrschaft:
- Quartus
- Fläche:
- 6.200 m² Bruttogrundfläche
- Baukosten:
- 14.000.000 € Nettokosten