Studieren mit Ausblick
Wohnheim in Paris von Vincent Lavergne Architecture Urbanisme + Atelier WOA
Unweit der Nationalbibliothek im 13. Arrondissement von Paris steht neuerdings inmitten weiterer Hochhäuser der 50 Meter hohe Tour Commune. In ihm befinden sich 220 Wohneinheiten für Studierende und junge Forschende. Entworfen wurde die Résidence Hans et Sophie Scholl von Vincent Lavergne Architecture Urbanisme und Atelier WOA (beide Paris), die 2107 den entsprechenden Wettbewerb gewannen.
Realisiert wurde sie unter der Leitung von Bouygues Habitat Social, einer auf sozialen Wohnungsbau spezialisierten Tochtergesellschaft des französischen Baukonzerns Bouygues. Paris Habitat, das größte kommunale Wohnungsbauunternehmen der französischen Hauptstadt, tritt als Bauherr auf, das Pariser Studierendenwerk Crous de Paris und Habitation confort, eine Tochtergesellschaft von Paris Habitat, als Betreiber.
Nach Angaben der Planungsbüros sei der Neubau „der erste CO₂-arme Turm, der von einem öffentlichen Träger des sozialen Wohnungsbaus innerhalb von Paris entwickelt wurde“. Es handelt sich um eine hybride Holz-Beton-Skelettkonstruktion mit aussteifendem Kern, Brettsperrholzdecken (CLT) und Holzrahmenfassaden, die durch eine Metallhaut geschützt werden. Die Fassadenelemente wurden vorgefertigt.
Eine rautenförmige Geometrie, der doppelgeschossige Sockel und die mit Balkonen abgestufte Ecke in der Gebäudemitte prägen die äußere Erscheinung. Hier, auf 25 Metern Höhe, liege die historische Pariser Höhenbegrenzung, so die Architekt*innen. Hier ordneten sie Gemeinschaftsräume an, die durch eine große, Terrasse nach Süden erweitert werden.
Dank der Tragstruktur gibt es stützenarme Flächen für Waschküche, Lernräume und Gemeinschaftsküche. Die kompaktenWohneinheiten, die neben teils barrierefreien Einzel- auch Doppelzimmer umfassen, sind mit Schlafkojen aus Seekiefer ausgestattet. Eckzimmer bieten einen Panorama-Ausblick über Eckverglasungen. Auf dem Dach gibt es eine 287 Quadratmeter große, begrünte Terrasse.
Das Erdgeschoss nimmt neben dem Foyer Gewerberäume auf, geplant ist ein Eingang im Rahmen der Verlängerung der Metrolinie 10. Auch der prognostizierte Rückgang der Studierendenzahlen wurde mitgedacht: Das Stützen-Riegel-Raster, eine Geschosshöhe von 2,90 Metern und Decken, die sich ohne Eingriffe in die Tragstruktur öffnen lassen, ermöglichen eine unproblematische Umnutzung.
Wie Paris Habitat auf ihrer Website mitteilt, wurden die Gesamtkosten in Höhe von 39,9 Millionen Euro durch den französischen Staat, die Region Île-de-France und die Stadt Paris subventioniert. Die Mietpreise für Studierende liegen zwischen 424 und 692 Euro pro Person. (da)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- Vincent Lavergne Architecture Urbanisme + Atelier WOA
- Bauherrschaft:
- Paris Habitat
- Fläche:
- 6.342 m²
- Baukosten:
- 39.900.000 €




