Transparente Rückseite
Wohnhauserweiterung von Andreas Schüring Architekten in Münster
Im Umfeld der 1913 errichteten Train-Kaserne in Münster haben Andreas Schüring Architekten (Münster) ein ehemaliges Offiziersgebäude umgebaut und erweitert. Das Wohnhaus war zwar nicht denkmalgeschützt, wurde aber aufgrund seiner städtebaulichen Lage am Eingang der Kaserne als wertvolle Bausubstanz eingestuft. Von der Straße aus ist die Transformation kaum zu erkennen, umso sichtbarer wird sie auf der Rückseite.
Im Zuge des Projekts wurde ein bestehender Anbau aus den 1970er Jahren umgebaut und mit einer Erweiterung versehen, die sich an einer der Grundformen von Kasernentypenhäusern orientiert. Dafür ließen die Architekt*innen das Mansarddach verlängern und durch eine neue Dachkonstruktion ergänzen. Alt und neu bilden eine durchgehende Gebäudestruktur. Historische Elemente wie das Traufgesims wurden nicht entfernt, sondern in Form eines Vordachs neu interpretiert.
Im Resultat des Dachausbaus konnte die Wohnfläche von 80 auf 125 Quadratmeter Bruttogeschossfläche erweitert werden. Da das Haus zuvor recht dunkel war, war die Lichtführung ein zentrales Thema. Eine Stahltreppe verbindet alle Geschosse, offene Stufen und ein Stahlgitterrost im Dachgeschoss lassen das Tageslicht bis ins Kellergeschoss fallen. Auf der Rückseite öffnet sich der Anbau nun mit einer Glasfassade in Richtung Westen zum Garten. Oberlichter bringen zusätzliches Licht unters Dach.
Die tragende Struktur des Bestands konnte weitgehend erhalten bleiben. Brandschutztechnisch erforderliche Ergänzungen wie etwa eine Betonscheibe zur Nachbargebäude passten die Architekten optisch an den Altbau an. Das neue Mansarddach entstand als Stahl-Holz-Konstruktion. Historische Backsteine aus entfernten Innenwänden konnten rückgebaut und wiederverwendet werden. Die in den 1980er Jahren aufgebrachte Außendämmung ersetzte man in Abstimmung mit der Denkmalpflege durch eine Innendämmung. Der dadurch freigelegte Ziegel wurde überarbeitet und eingeschlämmt. (iok)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Andreas Schüring Architekten
- Team:
- Andreas Schüring, Daniel Leseberg, Frederik Teupen, Teddy Rubezhov-Aleftan
- Statik:
- Jan Kattert (Altenberg)
- Bauherrschaft:
- privat
- Fläche:
- 125 m² Bruttogeschossfläche