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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Wohnhaus_in_Porto_von_ATA_Atelier_und_Entretempos_8142050.html

03.02.2023

Keramikfliesen in der Baulücke

Wohnhaus in Porto von ATA Atelier und Entretempos


An der Rua do General Silveira in Porto galt es, eine der wenigen Baulücken im Zentrum der nordportugiesischen Küstenstadt zu schließen. Entstanden ist ein Wohn- und Geschäftsgebäude, das sich über die gesamte Tiefe eines trapezförmigen Blockareals bis hin zur Rua dos Mártires da Liberdade erstreckt. Der Komplex wurde vom Atelier Tiago Antero ATA in Zusammenarbeit mit dem Architekten Vítor Fernandes vom Büro Entretempos (beide Porto) realisiert. Ziel des jungen Planungsteams war es, innerhalb des urbanen Gefüges mit vorwiegend historischer Bebauung aus dem 19. Jahrhundert eine dem Kontext angepasste, zeitgenössische Neuinterpretation bestehender Stadtarchitektur zu integrieren.

Das Büro ATA wurde erst im vergangenen Jahr gegründet und war anlässslich der im Herbst 2022 stattgefundenen Architekturtriennale in Lissabon der einzige portugiesische Vertreter unter den Finalisten des Millenium Bcp Début Awards, mit dem Architekt*innen unter 35 Jahren ausgezeichnet werden. Ihr Debütwerk in der eigenen Heimatstadt dürfte dabei durchaus überzeugt haben.

Die vormalige Bestandsituation umfasste vier niedrige, baufällige Häuser ohne größeren architektonischen Wert. Der Neubau greift in Ansätzen die Kubatur des ehemaligen Ensembles auf, indem sich aus dem Gebäudekomplex die vier vormaligen Dachformen als scheinbar eigenständige Baukörper abheben. Insgesamt weist das viergeschossige Gebäude eine Bruttogeschossfläche von 1378 Quadratmetern auf. Im Zentrum der zweigeteilten Struktur befindet sich ein Innenhof sowie das Erschließungselement für beide Gebäudeteile.

Das Haus verfügt über insgesamt zehn Wohnungen, die sich ab dem ersten Obergeschoss auf den Ebenen verteilen. Im Erdgeschoss haben drei gewerblich genutzte Bereiche Platz, zudem gibt es zu beiden Straßenseiten je eine Tiefgarage. Mit der Geschäftsnutzung im Erdgeschoss zitieren die Planer*innen abermals die Nutzungsmischung und die Trennung von sozialen und privaten Flächen aus der typischen Stadtarchitektur des mittelalterlichen Portos, die im 19. Jahrhundert wieder aufgegriffen wurden und daher bis heute Bestand hat. Nicht zuletzt schlägt die Fassadengestaltung mit auskragenden Bodenplatten in Sichtbeton, bodentiefen Fenstern und der changierenden Fliesenbekleidung eine Brücke zwischen der Gegenwart und Historie der charmanten Stadt am Atlantik. (iva)

Fotos: José Campos


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