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04.11.2020

Kybernetische Fassade mit Goldakzenten

Wohn- und Geschäftshaus in Heilbronn von motorlab


Experimentelles Wohnen am Wasser: Mit einer im Rahmen der Bundesgartenschau 2019 veranstalteten Stadtausstellung wurde auf einem ehemaligen Areal der Deutschen Bahn nördlich des Heilbronner Hauptbahnhofs der Startschuss für die Entwicklung eines neuen Stadtquartiers am Neckarbogen gegeben. In kurzer Abfolge entstanden hier unter anderem ein Holzhochhaus von Kaden + Lager, ein Holzhybrid von Fink + Jocher und ein Leichbetonbau von Mattes Riglewski Wahl. Auch das Mannheimer Büro motorlab war mit von der Partie und hat am Floßhafen ein Wohn- und Geschäftshaus für die Baugemeinschaft Apollo 19 umgesetzt.

Gemeinschaftlich bauen, leben und arbeiten in einem kooperativen Bauvorhaben –  dieses Ziel der aus 17 Mitgliedern bestehenden Baugruppe wurde mit dem Sechsgeschosser innerhalb von 4 Jahren erfolgreich realisiert: 2015 startete das Projekt nach einem Wettbewerbsgewinn von motorlab, 2019 wurde es abgeschlossen. Die Architektenkammer Baden-Württemberg würdigte das Resultat als „rundum gelungene Lösung der Bauaufgabe“ mit einer Auszeichnung für beispielhaftes Bauen.

Der Neubau in Holz-Hybridbauweise bietet seinen Bewohner*innen auf circa 2.100 Quadratmetern Bruttogrundfläche 12 Wohneinheiten verschiedener Größe und Organisation. Hier ist Platz für unterschiedliche Lebensmodelle, von der Einliegerwohnung bis zur altersgerechten Einheit mit flexibler Grundrissgestaltung. Gewerbe- und Gemeinschaftsflächen im Erdgeschoss – eingezogen ist ein Bistro mit Laden – und im Untergeschoss sowie ein Dachgarten mit Sommerküche komplettieren das Raumangebot. Organisiert sind die von der Süd-West- zur Nord-Ost-Fassade durchgesteckten Wohnungen um einen zentralen Erschließungskern mit Aufzugsanlage. „Grüne Zimmer“ bilden in den Obergeschossen eine vom Treppenkern aus erreichbare Zwischenzone. Die kann wahlweise als gemeinsamer Wintergarten fungieren oder auch an einzelne Wohnungen als Loggia oder zusätzliches Zimmer angebunden werden.

Die Gebäuderückseite öffnet sich mit Balkonen zum Innenhof, den sich die Hausgemeinschaft mit den umliegenden Wohnbauten teilt. Die straßenseitige Front folgt hingegen dem Prinzip einer Maximierung von solaren Energiegewinnen und ist durch eine „kybernetische Fassade“ charakterisiert. Zur Anwendung kommt eine Kombination aus transluzentem Fassadenmaterial in Form von Polycarbonatplatten und hochwärmegedämmten Holzrahmenbauaußenwänden. Dabei kann der Wärmestrom fortwährend aktiv reguliert werden. Goldfarbene Schiebefaltläden aus eloxiertem Streckmetall versprechen nicht nur effektiven Sonnenschutz, sondern lassen den Bau auch optisch hervortreten. (da)

Fotos: Werner Huthmacher


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