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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Wohn-_und_Atelierhaus_von_Chance_de_Silva_5377573.html

03.05.2018

Londoner Pianoloop

Wohn- und Atelierhaus von Chance de Silva


Aus einer Partitur, einem Formenkanon, Elemente und (Material-)Kombinationen zu entwickeln, die mit Hilfe von Technik, Ästhetik und Improvisation zu einem Gesamtkunstwerk werden, vereint das Handwerk der Musiker und Architekten. Nicht ohne Grund gibt es einige letzterer Zunft, wie Iannis Xenakis oder Hans Sharoun, die die Verbindung des Bauens zur Musik gesucht haben.

So auch die Architekten Chance de Silva (London). Bereits 2014 entwickelten sie einen architektonisch-musikalischen Beitrag auf Basis des Werks von Erik Satie in Kooperation mit dem Musiker Robin Rimbaud für die Architekturbiennale in Venedig. Und auch ihr Mitte 2017 fertiggestelltes Londoner Wohn- und Atelierhaus Vex nimmt Bezug auf einen Komposition des französichen Avantgardemusikers: Das repetitive, achtzehnstündige Klavierstück Vexations

Erbaut wurde das Betongebäude mit einigen Holzelementen in Stoke Newington. Dieses von viktorianischen Reihenhäusern geprägte Viertel ist Teil des heutigen Szeneviertels Hackney im nördlichen London. Steve Chance und Wendy de Silva kauften den ehemaligen Garagenstandort und setzten ein neues Nutzungskonzept um. Diese Art der Grundstücksentwicklung erlaubt den Architekten die freie und kreative Ausübung ihrer Tätigkeit. 

Das Vex House besitzt mehrere, gegeneinander verschobene Ebenen. Von Studio und der Werkstatt im Erdgeschoss aus sind, spiralförmig nach oben fortgeschrieben, die zurückgezogenen Wohn- und Schlafbereiche im ersten und eine offene Küche im zweiten Obergeschoss zu erreichen. Hier lockt eine Schiffsleiter auf die Dachterrasse. Die runden, betonierten Formen erforderten eine Präzision der Schalung, die, so die Architekten, dem Bootsbau glich. Um trotz der unregelmäßigen Rundungen nahtlose, glatte und geriffelte Oberflächen zu erreichen, musste die Schalung einer ganzen Etage fertig gestellt sein, bevor betoniert werden konnte. Für die geriffelte Fassade, die das Arbeiten mit Wellblech als Schalung erforderte, entwickelten die Architekten ein spezielles Halterungssystem. Das Vex House steht auf der Shortlist für den Riba Award 2018. (rc)

Fotos: Hélène Binet


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Chance de Silva

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