Ergebnis trotz Projektstopp
Wettbewerb für Luisenblock Ost II in Berlin entschieden
Ergebnis trotz Projektstopp
Wettbewerb für Luisenblock Ost II in Berlin entschieden
Die Zukunft des Luisenblocks Ost II im Berliner Regierungsviertel bleibt ungewiss. Im Mai hatte die Bau- und Raumkommission des Bundestags einstimmig beschlossen, das Areal vorerst nicht zu bebauen. Der Grund: Sparmaßnahmen. Das Land Berlin entschied sich dennoch, den Wettbewerb zum Abschluss zu bringen – und verkündete nun die Gewinner.
Zwischen Bahnhof Friedrichstraße und dem Marie-Elisabeth-Lüders-Haus liegt der Luisenblock. Als Teil des sogenannten Band des Bundes soll dieses Entwicklungsgebiet – bis zum heutigen Zeitpunkt immer noch zu großen Teilen eine Brache – das Berliner Regierungsviertel vervollständigen. Ende 2021 konnte hier zumindest auf dem Areal Luisenblock West der von Sauerbruch Hutton entworfene Holzmodulbau bezogen werden. Auch im östlichen Teil tut sich bald etwas. Für den Bau von Büros des Deutschen Bundestags im Luisenblock Ost I (LBO I) nach Plänen von Atelier Kempe Thill und Thörner Kaczmarek laufen derzeit die Genehmigungs- und Ausführungsplanungen.
Gemischtes Quartier für den LBO II
Für das größere Teilgebiet Luisenblock Ost II (LBO II), das den LBO I im Westen wie eine Klammer umschließt, gestaltet sich die Zukunft sehr viel schwieriger. Im Dezember 2025 hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen einen offenen, einphasigen Realisierungswettbewerb nach RPW 2013 zur städtebaulichen Neuordnung ausgelobt. Gefordert war ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnungsbau, gewerblichen Flächen für die ver.di-Vermögensverwaltung, einer Uferpromenade am Schiffbauerdamm und Bürobauten für den Deutschen Bundestag. Der LBO II sollte den östlichen Abschluss des Band des Bundes bilden.
Gemischtes Quartier für den LBO II
Für das größere Teilgebiet Luisenblock Ost II (LBO II), das den LBO I im Westen wie eine Klammer umschließt, gestaltet sich die Zukunft sehr viel schwieriger. Im Dezember 2025 hatte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen einen offenen, einphasigen Realisierungswettbewerb nach RPW 2013 zur städtebaulichen Neuordnung ausgelobt. Gefordert war ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnungsbau, gewerblichen Flächen für die ver.di-Vermögensverwaltung, einer Uferpromenade am Schiffbauerdamm und Bürobauten für den Deutschen Bundestag. Der LBO II sollte den östlichen Abschluss des Band des Bundes bilden.
Ergebnis trotz gestoppten Projekts
Der Beschluss des Bundestags, sich aus dem Projekt zurückzuziehen, kam erst, nachdem alle 77 Planungsteams bereits ihre Entwürfe eingereicht hatten. Trotz der sich daraus ergebenden Nutzungsänderung entschied man sich, den Wettbewerb zu Ende zu bringen. Überzeugen konnten Studio Wessendorf mit Franz Reschke Landschaftsarchitektur (beide Berlin). Die Jury unter Vorsitz von Markus Neppl vergab insgesamt drei Preise sowie sechs Anerkennungen. Im Überblick:
Der Beschluss des Bundestags, sich aus dem Projekt zurückzuziehen, kam erst, nachdem alle 77 Planungsteams bereits ihre Entwürfe eingereicht hatten. Trotz der sich daraus ergebenden Nutzungsänderung entschied man sich, den Wettbewerb zu Ende zu bringen. Überzeugen konnten Studio Wessendorf mit Franz Reschke Landschaftsarchitektur (beide Berlin). Die Jury unter Vorsitz von Markus Neppl vergab insgesamt drei Preise sowie sechs Anerkennungen. Im Überblick:
- 1. Preis: Studio Wessendorf mit Franz Reschke Landschaftsarchitektur (beide Berlin)
- 2. Preis: SERO Architekten (Leipzig) mit SC34 schaefers concept Landschaftsarchitektur (Kassel) und Kollektiv B Architekten (Leipzig)
- 3. Preis: MESS Stadtplaner Amann Groß (Kaiserslautern) mit GDLA Gornik Denkel Landschaftsarchitektur (Heidelberg)
- Anerkennung: bK I bueroKleinekort (Düsseldorf) mit Lichtelandschaften (Burmester Treibert Landschaftsarchitektin und Stadtplaner) (Frankfurt a.M.) und Sattler Architektur (Wiesbaden)
- Anerkennung: BLK2 Architekten (Hamburg) mit Bruun Möllers (Hamburg)
- Anerkennung: Machleidt mit A24 Landschaft landschaftsarchitektur und Winkelmüller Architekten (alle Berlin)
- Anerkennung: Ortner Ortner Baukunst (Berlin) mit Studio grüngrau (Düsseldorf)
- Anerkennung: Palais Mai (München) mit grabner huber lipp landschaftsarchitekten und stadtplaner (Freising)
- Anerkennung: Yellow Z Abel Bormann Koch Architekten und Stadtplaner (Berlin) mit bf Bauforum Berlin (Hannover) und Kronaus Mitterer Architekten (Wien/Berlin)
Projekt soll weiterhin realisiert werden
Die ursprünglich vorgesehene Nutzung durch den Deutschen Bundestag entfällt zwar, doch als Haupteigentümer des Areals wird der Bund auch weiterhin eine zentrale Rolle spielen. An den Plänen für ein neues Quartier halten die Beteiligten grundsätzlich fest. Das Land Berlin wolle sich mit den zuständigen Bundesstellen darüber verständigen, wie „das gemeinsame Ziel einer zügigen städtebaulichen Entwicklung des Luisenblock Ost II zu einem städtischen Quartier trotzdem realisiert werden kann“, heißt es in einer Mitteilung des Senats.
Kritik am Verfahren
Ob die Sparmaßnahmen des Bundes einen rechtmäßigen Grund darstellen, das Verfahren nicht fortzuführen, soll geprüft werden. Die Bundesarchitektenkammer kritisierte den Rückzug des Bundes und fordert Klarheit über das weitere Vorgehen. Der Vorsitzende der Bau- und Raumkommission Omid Nouripour (Grüne) äußerte sich folgendermaßen zur Entscheidung des Bundes: „Die Anregung zu diesem Schritt kam aus den Fraktionen, um das Signal zu senden: Wir wollen sparen, wo wir können.“ Der Bundestag wolle sich auf das konzentrieren, was am dringendsten sei, nämlich die Sicherheit und überfällige Sanierung der bestehenden Gebäude.
Alle Beiträge des Wettbewerbs werden ab Dienstag, 14., bis Freitag, 24. Juli 2026 im Ernst-Reuter-Haus (Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin) ausgestellt.
Die ursprünglich vorgesehene Nutzung durch den Deutschen Bundestag entfällt zwar, doch als Haupteigentümer des Areals wird der Bund auch weiterhin eine zentrale Rolle spielen. An den Plänen für ein neues Quartier halten die Beteiligten grundsätzlich fest. Das Land Berlin wolle sich mit den zuständigen Bundesstellen darüber verständigen, wie „das gemeinsame Ziel einer zügigen städtebaulichen Entwicklung des Luisenblock Ost II zu einem städtischen Quartier trotzdem realisiert werden kann“, heißt es in einer Mitteilung des Senats.
Kritik am Verfahren
Ob die Sparmaßnahmen des Bundes einen rechtmäßigen Grund darstellen, das Verfahren nicht fortzuführen, soll geprüft werden. Die Bundesarchitektenkammer kritisierte den Rückzug des Bundes und fordert Klarheit über das weitere Vorgehen. Der Vorsitzende der Bau- und Raumkommission Omid Nouripour (Grüne) äußerte sich folgendermaßen zur Entscheidung des Bundes: „Die Anregung zu diesem Schritt kam aus den Fraktionen, um das Signal zu senden: Wir wollen sparen, wo wir können.“ Der Bundestag wolle sich auf das konzentrieren, was am dringendsten sei, nämlich die Sicherheit und überfällige Sanierung der bestehenden Gebäude.
Alle Beiträge des Wettbewerbs werden ab Dienstag, 14., bis Freitag, 24. Juli 2026 im Ernst-Reuter-Haus (Straße des 17. Juni 112, 10623 Berlin) ausgestellt.
Zum Thema
Bereits 2009 wurde für den Luisenblock Ost ein Wettbewerb entschieden. Der damalige Siegerentwurf von Kusus + Kusus wurde jedoch verworfen. Unter anderem hätte hierfür das ver.di-Haus abgerissen werden müssen.
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